Ein stechender Ammoniakgeruch aus dem Kompost weist fast immer auf ein Ungleichgewicht hin: Es ist zu viel Stickstoff im Spiel und zu wenig Luft und Struktur. Wenn der Kompost streng riecht, lässt sich das Problem meist mit Belüftung, Strukturmaterial und angepasster Befüllung innerhalb weniger Tage deutlich verbessern.
Ein gut gepflegter Kompost duftet erdig und leicht nach Wald. Sobald der Geruch beißend wird und in die Nase sticht, wird organisches Material eher vergärt als verrottet und es gehen wertvolle Nährstoffe verloren, die später im Garten fehlen.
Warum Ammoniakgeruch im Kompost ein Warnsignal ist
Stechender, beißender Geruch aus der Miete zeigt, dass der biologische Abbau aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bakterien bauen dann überschüssigen Stickstoff zu Ammoniak ab, das als Gas entweicht und dabei in die Nase sticht.
Für dich als Gartenfreund bedeutet das: Der Düngerwert deines Komposts sinkt, weil Stickstoff verloren geht, und gleichzeitig können Nachbarn und Mitmenschen sich am Geruch stören. Zudem deutet dieser Zustand meist auf Sauerstoffmangel und starke Verdichtung hin, was Regenwürmer und viele nützliche Mikroorganismen vertreibt.
Die wichtigsten Ursachen für starken Ammoniakgeruch
Mehrere Faktoren führen häufig gemeinsam dazu, dass Kompost anfängt zu stechen. Wer die typischen Auslöser kennt, kann sie Schritt für Schritt abstellen.
Zu viel Rasenschnitt und andere stickstoffreiche Materialien
Frisch geschnittener Rasen, junge grüne Pflanzenreste, Küchenabfälle wie Gemüseschalen und Kaffeesatz enthalten viel Stickstoff. In Maßen sind sie großartige Rottebeschleuniger, in Massen lassen sie einen Haufen leicht „überlaufen“.
Besonders problematisch sind dicke, luftundurchlässige Schichten aus feuchtem Rasenschnitt. Diese bilden eine kompakte Matte, in der wenig Sauerstoff ankommt. Mikroorganismen bauen den Stickstoff dann eher zu Ammoniak ab als zu stabilem Humus.
Zu wenig Strukturmaterial (Holz, Äste, Stroh)
Strukturmaterial wie gehäckselte Äste, Strauchschnitt, gehäckselte Stauden, Stroh oder zerkleinerte trockene Stängel sorgt im Kompost für Hohlräume. Diese Luftkammern sind entscheidend, damit Sauerstoff an die Mikroorganismen gelangt.
Fehlt dieses grobe Material, sackt der Haufen zusammen, verdichtet sich und wird stellenweise fast luftdicht. In diesen Bereichen entstehen leicht Faulprozesse und Ammoniakgeruch, obwohl von außen oft nur eine unscheinbare Oberfläche zu sehen ist.
Zu nass: Dauerregen, Bewässerung und Rasenschnitt
Sehr nasser Kompost neigt dazu, zu verkleben und zu verdichten. Wasser füllt dann die Poren, die eigentlich Luft enthalten sollten. Das ist besonders typisch, wenn frischer, feuchter Rasenschnitt zusammen mit Regen oder Bewässerungswasser hinzukommt.
Im Inneren des Haufens herrschen dann schnell nahezu anaerobe Bedingungen, also Sauerstoffmangel. Unter solchen Bedingungen entstehen neben Ammoniak auch andere unangenehme Gase, die eine Mischung aus fauligem und stechendem Geruch ergeben.
Zu viel Küchenabfall auf engem Raum
Küchenabfälle aus Pflanzenresten sind grundsätzlich kompostierbar und sehr wertvoll. Werden sie aber in großen Mengen konzentriert an einer Stelle entsorgt, bilden sie eine dichte, feuchte Schicht. Besonders bei Schalen, Obstresten und weichem Gemüse entsteht dann ein intensiver, beißender Geruch.
Wer Küchenabfälle nicht immer mit ausreichend trockenen Materialien mischt, schafft ungewollt kleine „Gärkammern“ im Kompost, in denen Stickstoff in Form von Ammoniak entweicht.
Kein oder seltenes Umsetzen
Ein Haufen, der über Monate einfach nur von oben gefüttert wird, ohne jemals umgesetzt zu werden, verdichtet sich unten sehr stark. Selbst wenn oben alles gut riecht, kann der untere Teil stark stickig sein.
Sobald dieser untere Bereich beim Umsetzen geöffnet oder umgegraben wird, entweicht eine Wolke aus stickigen Gasen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass der Kompost zu lange ohne Belüftung sich selbst überlassen wurde.
So gehst du Schritt für Schritt gegen Ammoniakgeruch vor
Ein beißend riechender Kompost lässt sich in vielen Fällen mit recht einfachen Handgriffen wieder stabilisieren. Es hilft, systematisch vorzugehen und den Haufen einmal komplett zu überprüfen.
1. Geruch und Oberfläche prüfen
Im ersten Schritt lohnt sich ein genauer Blick und ein vorsichtiger „Geruchstest“ mit ein wenig Abstand. Ammoniak ist stechend und beißend, während ein gesunder Kompost eher erdig und mild riecht.
Wenn die Oberfläche schmierig wirkt, stark glänzt oder fast wie ein dichter Teppich aus Rasenschnitt aussieht, ist das ein deutlicher Hinweis auf ein Übermaß an feuchten, stickstoffreichen Materialien.
2. Haufen zumindest teilweise öffnen
Um sicher zu beurteilen, wie es im Inneren aussieht, hilft es, die obere Schicht mit der Gabel oder einem Spaten aufzubrechen. Bereits das Durchlüften kann eine spürbare Verbesserung bringen, wenn auch nicht dauerhaft.
Beim Öffnen zeigt sich oft, ob der Kompost im Kern grau-schwarz, schmierig und übel riechend ist oder ob dort noch bräunliche, krümelige Strukturen erkennbar sind. Von diesem Eindruck hängt die weitere Vorgehensweise ab.
3. Frischer Rasenschnitt und feuchte Schichten auflockern
Sind dicke Schichten aus Rasenschnitt oder feuchten Küchenabfällen zu sehen, sollten diese aufgelockert und mit trockenem Material vermischt werden. Dabei reicht es selten, nur an der Oberfläche herumzustochern.
Bewährt hat sich folgendes Vorgehen:
- Mit der Grabegabel größere Stücke der nassen Schichten anheben.
- Trockene Materialien wie Häckselgut, Stroh, Laub oder Kartonschnipsel einstreuen.
- Die Schichten beim Zurücklegen des Materials bewusst mischen, statt sie wieder glatt zuzudecken.
- Anschließend die Oberfläche leicht mit etwas grobem Material abdecken.
Durch diese Mischung von feucht und trocken entstehen wieder Hohlräume, in denen Luft zirkulieren kann. Der typische stechende Geruch nimmt danach oft schon innerhalb kurzer Zeit deutlich ab.
4. Strukturmaterial gezielt einarbeiten
Strukturmaterial ist das Rückgrat eines stabilen Komposts. Gehäckselte Äste, Strauchschnitt oder Stängel von Stauden schaffen luftige Kanäle, durch die Sauerstoff ins Innere gelangt.
Liegt nur wenig davon vor, lohnt es sich, gezielt nach Quellen im Garten zu suchen: Rückschnitt von Sträuchern, alte Sonnenblumenstängel, trockene Ranken oder kleingeschnittene Staudenreste eignen sich hervorragend. Diese Materialien werden in den Haufen eingearbeitet, nicht nur oben aufgelegt.
5. Gegebenenfalls komplett umsetzen
Wenn der Geruch sehr stark ist und sich graue, schmierige Bereiche im Inneren zeigen, ist ein komplettes Umsetzen oft die beste Lösung. Dabei wird der Haufen von A nach B geschaufelt und dabei gründlich gemischt.
Zwischendurch lassen sich immer wieder Schichten aus grobem Material und trockenen Komponenten einbauen. Der neue Haufen sollte eher locker aufgesetzt sein, mit sichtbaren gröberen Bestandteilen. So baut sich eine stabile, luftige Struktur auf.
6. Feuchtigkeit ausbalancieren
Während des Umsetzens lässt sich die Feuchtigkeit gut beurteilen. Fühlt sich das Material wie ein frisch ausgedrückter Schwamm an, ist die Feuchtigkeit meist ideal. Tropft es richtig oder klebt massiv an der Gabel, ist es zu nass.
Bei zu nassem Kompost helfen trockene Materialien wie gehäckseltes Reisig, trockenes Laub, Pappe oder Stroh. Ist der Haufen dagegen staubtrocken und heizt sich kaum auf, kann ein behutsames Angießen mit Regenwasser sinnvoll sein.
Stickstoff und Kohlenstoff – das Gleichgewicht entscheidet
Im Hintergrund des Geschehens im Kompost steht immer das Verhältnis von stickstoffreichen und kohlenstoffreichen Materialien. Im Idealfall bekommen die Mikroorganismen beides im passenden Mischungsverhältnis.
Stickstoffreiche „grüne“ Materialien sind etwa Rasenschnitt, frische Pflanzenreste, Gemüseabfälle und Kaffeesatz. Kohlenstoffreiche „braune“ Materialien sind holzige Bestandteile, Laub, Stroh, zerrissene Kartons, Sägespäne (in Maßen) und gehäckselte Zweige.
Typische Fehler bei der Mischung
In vielen Gärten fallen große Mengen einer Materialart auf einmal an. Im Frühjahr und Sommer ist es der Rasenschnitt, im Herbst das Laub. Wird dann jeweils das anfallende Material nahezu ungefiltert auf den Kompost gegeben, kippt das Verhältnis schnell.
Die Folge sind entweder starke Gerüche durch einen Überschuss an Stickstoff oder sehr langsame Rotte durch zu viel trockenes, kohlenstoffreiches Material. Ein ausgewogen befüllter Haufen zeigt dagegen intensive Aktivität ohne Geruchsbelästigung.
Wie du das Verhältnis im Alltag triffst
Viele Gartenfreunde haben gute Erfahrungen damit gemacht, Rasenschnitt grundsätzlich mit einem Eimer Häckselgut oder trockenem Material zu kombinieren. Wird bei jeder Fuhre daran gedacht, entstehen erst gar keine dicken, nassen Schichten.
Eine einfache Faustregel hilft: Jede Schicht aus frischem Grün wird mit einer Schicht aus trockenem, strukturreichem Material beantwortet. Dabei muss es nicht millimetergenau passen, entscheidend ist der wiederkehrende Wechsel.
Beispiele aus dem Gartenalltag
Aus typischen Gartensituationen lässt sich viel für den eigenen Kompost ableiten. Drei häufige Szenarien zeigen, wie schnell ein Haufen kippen kann und wie sich das vermeiden lässt.
Rasenschnitt-Marathon im Frühjahr
Nach einem regenreichen Frühling wächst der Rasen kräftig, und beim ersten oder zweiten Schnitt kommen gleich mehrere Schubkarren voller Schnittgut zusammen. Wer dieses Material komplett und ohne Mischung auf den Kompost gibt, erzeugt quasi eine dicke Matte aus feuchtem Grün.
Nach ein bis zwei Tagen beginnt diese Schicht häufig zu schmieren und zu riechen. Besser ist es, die Menge aufzuteilen: ein Teil direkt mit Häckselgut mischen, ein Teil zum Antrocknen ausbreiten und nach und nach einarbeiten – idealerweise immer in Kombination mit holzigen oder strohigen Bestandteilen.
Küchenabfälle aus dem Gemüsegarten
In der Hochsaison der Ernte fallen viele Gemüseschalen, Blätter und Ausputzreste an. Werden diese gesammelt in einem Eimer aufbewahrt und dann in einem Schwung in ein Loch im Kompost geleert, entsteht dort eine dichte, feuchte Tasche.
Stattdessen lohnt sich ein anderes Vorgehen: Die Abfälle möglichst dünn verteilen, mit trockenen Materialien abstreuen und leicht einarbeiten. So entstehen keine Gärnester, und der Haufen bleibt insgesamt deutlich stabiler.
Feuchter Schattenplatz am Kompoststandort
Ein Platz im Schatten ist für Kompost meist vorteilhaft, weil der Haufen nicht zu stark austrocknet. Steht der Behälter allerdings in einer Ecke, in der Regenwasser zusammenläuft oder von einem Dach abtropft, wird er schnell zu nass.
In solchen Situationen ist es sinnvoll, den Untergrund und den Wasserabfluss zu prüfen. Eine leichte Erhöhung, seitliche Abdeckung oder ein Standortwechsel können dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit besser im gewünschten Bereich bleibt und keine „Wasserfalle“ entsteht.
Kompostbehälter, offene Miete und Thermokomposter im Vergleich
Je nach System verhält sich ein Kompost in Bezug auf Gerüche und Belüftung unterschiedlich. Es lohnt sich, die Besonderheiten zu kennen, um Probleme rechtzeitig zu erkennen.
Offene Mieten
Offene Mieten bestehen oft einfach aus aufgeschichtetem Material, manchmal in einem lockeren Rahmen. Sie lassen sich gut belüften, und das Umsetzen ist relativ einfach.
Der Nachteil: Regen und Witterung haben freien Zugang. Bei viel Niederschlag oder schweren, nassen Materialien drückt sich der Haufen leicht zusammen und neigt eher zu Verdichtung im Inneren. Eine luftige Schichtung und gelegentliches Umsetzen sind hier besonders wichtig.
Komposter aus Holz oder Metall
Gitter- oder Lattenkomposter sorgen automatisch für seitliche Belüftung. Wenn die Seitenwände ausreichend Lücken haben, kann Luft recht gut eindringen. Dennoch entsteht im Inneren bei zu feuchten, dichten Schichten leicht Sauerstoffmangel.
In diesen Behältern lohnt es sich, bewusst mit grobem Material zu arbeiten und immer wieder mit der Gabel durchzulüften. Eine Abdeckung aus atmungsaktivem Material schützt zusätzlich vor zu viel Regen.
Geschlossene Thermokomposter
Thermokomposter aus Kunststoff halten die Wärme im Inneren sehr gut und ermöglichen eine schnelle Rotte. Gleichzeitig ist der Luftaustausch begrenzter. Wird von oben viel feuchtes, stickstoffreiches Material eingefüllt, kann sich ein starker Geruch bilden, der beim Öffnen deutlich wahrnehmbar ist.
Bei diesen Systemen ist eine sorgfältige Mischung besonders wichtig. Trockenes Strukturmaterial, gelegentliches Umsetzen oder Umfüllen und ein kritischer Blick auf die Feuchtigkeit sind hier entscheidend, damit das System nicht aus dem Ruder läuft.
Typische Missverständnisse rund um Geruch im Kompost
Rund um Kompost und Gerüche kursieren viele gut gemeinte Tipps, die in der Praxis nicht immer hilfreich sind. Einige Annahmen halten sich hartnäckig und führen eher zu Problemen.
„Starker Geruch heißt, der Kompost arbeitet besonders gut“
Ein lebendiger Haufen entwickelt durchaus Wärme und kann kurzzeitig etwas intensiver riechen, vor allem nach dem Aufbringen frischer Materialien. Ein dauerhafter stechender Geruch ist allerdings kein Zeichen von „Turbo-Rotte“, sondern eine Warnung.
In diesem Fall wird Stickstoff in Form von Gasen freigesetzt und geht verloren. Das ist das Gegenteil von stabilem Humusaufbau und kostet wertvolle Nährstoffe für den Gartenboden.
„Da hilft nur Kalk“
Manchmal wird empfohlen, bei Gerüchen einfach Kalk über den Haufen zu streuen. Kalk kann zwar den pH-Wert beeinflussen, behebt aber das zugrunde liegende Problem – ein Ungleichgewicht von Material und Luft – nicht automatisch.
Ohne ausreichende Belüftung und Struktur ändert Kalk am eigentlichen Prozess wenig. Im ungünstigen Fall kann er sogar den Stickstoffverlust erhöhen, weil aus Ammoniumformen leichter gasförmiges Ammoniak entweicht.
„Mehr Wasser spült die Gerüche weg“
Die Versuchung ist groß, einen streng riechenden Haufen einfach kräftig zu wässern. Das verdünnt den Geruch kurzfristig in der Luft, verschlimmert aber meist den Sauerstoffmangel im Inneren.
Besser ist es, zuerst die Verdichtung zu lösen, grobes Material einzuarbeiten und dann nur bei Bedarf moderat zu gießen. Wasser ersetzt keine Luft und schafft ohne Struktur noch mehr nasse, dichte Bereiche.
So beugst du stechendem Geruch dauerhaft vor
Stabile, gut riechende Komposthaufen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einiger einfacher Gewohnheiten. Wer diese in den Gartenalltag integriert, muss sich mit starken Gerüchen selten beschäftigen.
Beim Befüllen auf Schichten und Mischung achten
Jede neue Materialfuhre ist eine Gelegenheit, das Gleichgewicht zu pflegen. Besonders bei Rasenschnitt und Küchenabfällen lohnt es sich, parallel immer einen Vorrat an trockenem, grobem Material bereitzuhalten.
Viele Gärtner lagern im Herbst gehäckselten Strauchschnitt oder trockenes Laub in Säcken oder Kisten. Dieses Material lässt sich übers Jahr gezielt dazumischen, wenn gerade viel frisches Grün anfällt.
Regelmäßige Belüftung einplanen
Schon ein leichtes Durchstechen mit der Grabegabel in Abständen von einigen Wochen bringt mehr Luft ins Innere. Wer einmal quer durch den Haufen sticht und das Material leicht anhebt, verschafft den Mikroorganismen wieder bessere Bedingungen.
Je stärker der Haufen mit feuchtem Material gefüttert wird, desto wichtiger ist diese Belüftung. Trockene, holzige Komposte verzeihen auch längere Pausen eher, weil sie ohnehin poröser aufgebaut sind.
Kompoststandort und Witterung mitdenken
Ein geschützter, aber luftiger Standort erleichtert vieles. Direkte Dauerberegnung etwa durch ein Dach oder stark geneigtes Gelände sollte vermieden werden, ebenso wie völlig windstille Ecken, in denen sich Feuchtigkeit staut.
Bei langanhaltenden Regenphasen hilft eine einfache, atmungsaktive Abdeckung – zum Beispiel aus alter Jute oder einem locker aufgelegten Vlies –, um den Haufen vor Übernässung zu schützen, ohne ihm die Luft abzuschneiden.
Wann der Kompost noch zu retten ist – und wann nicht
Viele stark riechende Haufen lassen sich mit Geduld und der richtigen Mischung wieder stabilisieren. Gelegentlich ist die Masse jedoch so nass und verdichtet, dass ein Neuanfang sinnvoller ist.
Anzeichen für einen noch gut rettbaren Haufen
Wenn im Inneren zwar manche Bereiche schmierig sind, aber auch viele krümelige, braune Zonen sichtbar bleiben, stehen die Chancen gut. Eine gründliche Belüftung und ausreichend Strukturmaterial bringen das System meist wieder ins Lot.
Selbst wenn der Geruch zunächst noch vorhanden ist, kann er innerhalb weniger Tage nachlassen, sobald der Sauerstoff besser zirkuliert und sich Mikroorganismen erneut ansiedeln.
Wann ein Neustart sinnvoll sein kann
Ist fast die gesamte Masse grau-schwarz, matschig und stark riechend und zeigen sich kaum noch erkennbare Pflanzenstrukturen, ist der Haufen tief in eine ungünstige Gärphase abgerutscht. In solchen Fällen kostet das „Retten“ manchmal mehr Aufwand, als ein neu aufgebauter Kompost.
Die alte, stark vergorene Masse lässt sich dann in dünnen Schichten im Garten verteilen, zum Beispiel unter Sträuchern, und mit Erde überdecken. Parallel entsteht an anderer Stelle ein neuer, von Anfang an gut geschichteter Kompost, bei dem das Mischungsverhältnis von Beginn an besser gestaltet wird.
Häufige Fragen rund um Ammoniakgeruch im Kompost
Ist Kompost mit starkem Ammoniakgeruch noch zu retten?
Ein Kompost, der beißend nach Ammoniak riecht, lässt sich in den meisten Fällen wieder ins Gleichgewicht bringen. Wichtig ist, dass du zügig mehr Strukturmaterial einarbeitest, den Haufen lockerst und auf eine passende Feuchtigkeit achtest, damit die Mikroorganismen wieder optimal arbeiten können.
Wie lange dauert es, bis der Ammoniakgeruch verschwindet?
Nach dem Einarbeiten von Holzschnitt, Laub oder Stroh und dem Auflockern des Materials lässt der starke Geruch oft innerhalb weniger Tage deutlich nach. Bis der Haufen wieder ausgewogen riecht und sich ein angenehmer, erdiger Kompostduft entwickelt, können je nach Jahreszeit und Materialmischung mehrere Wochen vergehen.
Darf ich stark riechenden Kompost im Gemüsebeet verwenden?
Frisches Material, das stark nach Ammoniak riecht, gehört nicht direkt an Gemüsepflanzen, weil es Wurzeln schädigen und Nährstoffe in falscher Form freisetzen kann. Warte, bis sich der Kompost dunkel, krümelig und weitgehend geruchsneutral zeigt, bevor du ihn im Nutzgarten einarbeitest.
Hilft Kalk gegen Ammoniakgeruch im Kompost?
Kalk kann in manchen Situationen sinnvoll sein, treibt jedoch bei unsachgemäßer Anwendung die Ammoniakfreisetzung sogar an. Gartenbesitzer erzielen meist bessere Ergebnisse, wenn sie zunächst ausreichend strukturreiches, kohlenstoffbetontes Material hinzufügen und erst bei Bedarf und in kleinen Mengen mit Kalk arbeiten.
Wie erkenne ich, ob mein Kompost zu nass ist?
Wenn beim Zusammendrücken einer Handvoll Material Wasser austritt und der Haufen schmierig wirkt, ist er deutlich zu feucht. In diesem Fall solltest du trockene, luftige Bestandteile wie gehäckselte Äste, strohige Pflanzenreste oder trockenes Laub einmischen und den Deckel oder die Abdeckung zeitweise öffnen.
Welche Gartenabfälle fördern Ammoniakgeruch besonders stark?
Frischer Rasenschnitt, junges Unkraut ohne Samen und große Mengen Küchenabfälle aus dem Gemüseanbau liefern viel Stickstoff und führen bei Überdosierung schnell zu stechenden Gerüchen. Diese Materialien solltest du immer mit reichlich holzigem oder trockenem Material mischen und eher in dünnen Schichten einbringen.
Wie oft sollte ich meinen Kompost umsetzen, um Geruchsprobleme zu vermeiden?
Viele Gartenfreunde setzen ihren Haufen ein- bis zweimal im Jahr um, häufig im Frühjahr und Spätsommer. In Phasen intensiver Befüllung oder bei aufkommendem Ammoniakgeruch lohnt sich ein zusätzliches Umsetzen, um mehr Luft hineinzubringen und die feuchten Bereiche mit trockeneren Zonen zu vermischen.
Kann Ammoniakgeruch am Kompost für Kinder oder Haustiere gefährlich sein?
Im Freien verflüchtigt sich Ammoniak rasch, die Geruchsbelastung kann aber als stark störend empfunden werden. Sorge dafür, dass Kinder und Haustiere nicht direkt im frischen, stark riechenden Material spielen und verbessere die Belüftung, damit sich der Geruch möglichst schnell reduziert.
Welche Rolle spielt die Jahreszeit bei Gerüchen aus dem Kompost?
Im Sommer laufen alle Zersetzungsprozesse durch die Wärme viel schneller, wodurch sich bei ungünstiger Mischung Ammoniak und andere Gerüche intensiver entwickeln. Im Frühjahr und Herbst gelangt hingegen oft besonders viel feuchter Rasenschnitt in den Haufen, was du durch zusätzliche strukturreiche Zuschläge und häufigeres Mischen ausgleichen solltest.
Wie kann ich neue Komposter so planen, dass kaum Ammoniakgeruch entsteht?
Wähle einen luftigen Standort, achte auf eine durchlässige Basis und plane von Anfang an Platz für grobes Strukturmaterial ein. Wer gleich zu Beginn ein luftiges Fundament aus Ästen legt und bei jeder Befüllung auf den Wechsel zwischen stickstoffreichen und holzigen Bestandteilen achtet, beugt stechenden Gerüchen am zuverlässigsten vor.
Ist ein geschlossener Thermokomposter stärker von Ammoniakgeruch betroffen?
In geschlossenen Systemen stauen sich Wärme und Feuchtigkeit, was die Zersetzung beschleunigt, Gerüche aber auch konzentrieren kann. Mit einer durchdachten Mischung, gelegentlichem Durchmischen und nicht zu großen Portionen frischen Materials lässt sich auch hier ein unangenehmer Geruch gut im Griff behalten.
Fazit
Ein beißender Ammoniakgeruch aus dem Kompost signalisiert vor allem ein Ungleichgewicht zwischen stickstoffreichen und strukturarmen Bestandteilen. Mit mehr Holzschnitt, Stroh oder Laub, guter Belüftung und der richtigen Feuchtigkeit lässt sich der Haufen wieder in einen wertvollen Bodenverbesserer verwandeln. Wer die Mischung im Blick behält und seinen Kompost regelmäßig kontrolliert, sorgt langfristig für nährstoffreichen Humus und ein gesundes Bodenleben im gesamten Garten.