Kondenswasser im Gewächshaus entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf kühle Flächen trifft und dort Wasser abgibt. Für Pflanzen ist das auf Dauer problematisch, weil sich dadurch Schimmel, Pilzkrankheiten und ein dauerhaft feuchtes Klima entwickeln können.
Wer morgens nasse Scheiben sieht, hat also nicht nur ein optisches Thema vor sich. Entscheidend ist, ob die Feuchtigkeit nur kurz nach Temperaturwechseln auftaucht oder ob sie sich im Gewächshaus festsetzt und das Wachstum der Pflanzen bremst.
Warum sich im Gewächshaus überhaupt Wasser niederschlägt
Im Gewächshaus treffen zwei Dinge aufeinander, die im Freiland kaum in dieser Intensität vorkommen: viel Verdunstung und relativ wenig Luftaustausch. Pflanzen geben über Blätter Feuchtigkeit ab, feuchte Erde verdunstet zusätzlich Wasser, und durch Sonneneinstrahlung heizt sich der Innenraum schnell auf. Sinkt die Temperatur später wieder, kühlt die Luft ab und kann weniger Wasserdampf halten. Der Überschuss setzt sich dann als Tropfen auf Glas, Folie, Rahmen und manchmal direkt auf Blättern ab.
Dieser Effekt ist besonders stark in den frühen Morgenstunden und am Abend. Tagsüber kann ein Gewächshaus erstaunlich trocken wirken, obwohl die Luftfeuchte zuvor hoch war. Genau das macht die Sache tückisch: Das Klima schwankt stark, und die Pflanzen bekommen diese Schwankungen direkt ab.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Feuchtigkeit nicht nur kurz auftritt, sondern als Dauerzustand bleibt. Dann bleibt die Blattoberfläche länger nass, die Verdunstung läuft langsamer, und Krankheitserreger finden deutlich bessere Bedingungen vor.
Was Feuchtigkeit mit Pflanzen anrichtet
Nasse Flächen sind nicht automatisch schädlich. Kritisch wird es, wenn Luftfeuchte, Temperatur und mangelnde Bewegung zusammenkommen. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit für Pilzbefall, grauen Schimmel, Mehltau und Fäulnis an weichen Pflanzenteilen. Besonders empfindlich reagieren Jungpflanzen, Salate, Tomaten, Gurken, Paprika und Kräuter mit feinem Laub.
Auch das Wachstum leidet. Ständig feuchte Luft kann dazu führen, dass die Pflanzen langsamer abtrocknen und die Blätter länger ungeeignet für eine gute Atmung bleiben. Das klingt harmlos, ist es aber oft nicht. Denn in einem feuchten Milieu reicht manchmal schon ein kleiner Verletzungspunkt oder ein altes Blatt, damit sich ein Problem ausbreitet.
Hinzu kommt der Bodeneffekt. Wenn der Boden zu nass bleibt, kippt das Gleichgewicht im Wurzelbereich. Die Wurzeln bekommen weniger Sauerstoff, was Nährstoffaufnahme und Standfestigkeit verschlechtert. Bei Topfkulturen im Gewächshaus fällt das oft noch schneller auf als im Beet, weil sich überschüssiges Wasser in Töpfen und Kästen leichter sammelt.
Typische Auslöser im Alltag
Die häufigste Ursache ist kein einzelner Fehler, sondern eine Kombination aus mehreren kleinen Ursachen. Ein Gewächshaus kann zum Beispiel dicht verschlossen sein, obwohl draußen die Sonne schon kräftig scheint. Dann steigt innen die Temperatur, die Pflanzen verdunsten weiter, und kurz darauf schlägt die Feuchte an den kühlen Flächen nieder.
Auch zu dicht gesetzte Pflanzen spielen eine große Rolle. Wenn Blätter an Blättern kleben, bewegt sich kaum Luft zwischen ihnen. Feuchtigkeit bleibt dort besonders lange stehen, und kleine Infektionen breiten sich leichter aus. Gleiches gilt für eine üppige Bewässerung am Abend, denn dann bleibt über Nacht mehr Restfeuchte im Haus.
Eine weitere typische Ursache ist kalte Außenluft in Verbindung mit warmem Innenklima. Wer tagsüber stark heizt oder die Sonne das Haus aufheizt, erlebt am Abend häufig einen deutlichen Temperaturabfall. Dann reicht schon normale Luftfeuchte, damit Scheiben und Folien beschlagen.
Woran Sie ein echtes Feuchteproblem erkennen
Ein paar Tropfen am Morgen sind noch kein Alarmzeichen. Ein deutliches Warnsignal ist es aber, wenn die Scheiben lange nass bleiben, die Luft muffig wirkt oder sich auf Blättern regelmäßig Wasser sammelt. Ebenso verdächtig sind dunkle Flecken an Pflanzenteilen, weiße Beläge, matschige Stiele oder ein Boden, der selbst am nächsten Tag noch feucht und schwer wirkt.
Praktisch ist ein einfacher Blick auf die Tagesroutine: Tritt die Nässe nur nach starkem Temperaturwechsel auf, ist das oft noch beherrschbar. Bleibt die Luftfeuchtigkeit dagegen ständig hoch, sollte man zuerst an Lüftung, Pflanzabstand und Gießverhalten denken. Die Ursache sitzt dann meist nicht an einer einzigen Stelle, sondern im Zusammenspiel.
Ein Hygrometer kann helfen, ist aber kein Zaubergerät. Viel wichtiger ist die Beobachtung über mehrere Tage: Wann beschlägt es, wie schnell trocknen die Flächen ab, und welche Pflanzen stehen besonders eng oder besonders nass? Aus diesen Hinweisen lässt sich meist schon viel ableiten.
So bekommt man das Klima wieder in den Griff
Der sicherste Weg führt fast immer über mehrere kleine Änderungen statt über eine große Radikalkur. Erstens sollte frische Luft regelmäßig hinein und verbrauchte, feuchte Luft hinaus. Zweitens braucht jede Pflanze genug Abstand, damit Luft zwischen Blättern und Stielen zirkulieren kann. Drittens sollte Wasser möglichst morgens und gezielt an den Wurzelbereich gegeben werden, damit die Verdunstung bis zum Abend abklingen kann.
Eine sinnvolle Reihenfolge sieht oft so aus: erst lüften, dann den Bestand auslichten, danach das Gießverhalten anpassen. Wer direkt zur Bewässerung greift, verschlimmert das Problem schnell. Wer dagegen zuerst die Luftführung verbessert, nimmt dem Kondenswasser schon viel von seiner Wirkung.
Auch Bodensubstrat und Untergrund verdienen Aufmerksamkeit. Staunässe in Töpfen, Untersetzern oder schlecht drainierten Beeten ist ein klassischer Verstärker. Wenn unten Wasser steht, steigt die Luftfeuchte im gesamten Bereich oft wieder an. Deshalb sollten Abfluss und Drainage regelmäßig kontrolliert werden.
Mehr Luftbewegung, weniger Krankheitsdruck
Luftbewegung ist im Gewächshaus fast so wichtig wie Wasser und Licht. Schon ein leicht geöffnetes Fenster oder ein dauerhaft geöffneter Lüftungsbereich kann den Unterschied machen. Entscheidend ist, dass feuchte Luft nicht über Stunden im Raum stehen bleibt.
Wer mit automatischen Fenstern arbeitet, sollte prüfen, ob sie zur richtigen Zeit öffnen und schließen. Gerade bei wechselhaftem Wetter kann ein Fenster, das zu spät reagiert, die Feuchte lange festhalten. Bei kleinen Gewächshäusern reicht oft schon eine zusätzliche Querlüftung über Tür und Dachöffnung.
Bei Folienhäusern oder einfachen Anlehngewächshäusern ist der Effekt noch stärker spürbar. Dort sind Temperatursprünge häufig heftiger, also müssen Lüftung und Beschattung sorgfältiger abgestimmt werden. Sonst entsteht am Morgen Kondenswasser und am Mittag Hitzestau, also gleich zwei gegensätzliche Stressfaktoren für die Pflanzen.
Richtig gießen, damit die Luft nicht kippt
Viele Feuchteprobleme beginnen beim Gießen. Wer abends reichlich Wasser gibt, erhöht die Verdunstung über Nacht. Das ist vor allem bei dichtem Bestand ungünstig, weil die Pflanzenteile dann lange nass bleiben. Morgens zu gießen ist meist besser, weil die Sonne und die Lüftung überschüssige Feuchtigkeit im Tagesverlauf abführen können.
Ebenso wichtig ist die Art des Gießens. Wasser direkt an die Wurzel zu bringen, ist deutlich günstiger als das komplette Blattwerk zu benetzen. Sprühnebel kann bei einigen Kulturen sinnvoll sein, sollte aber gezielt und sparsam eingesetzt werden. Im Dauerbetrieb ist er eher ein Verstärker des Problems als eine Lösung.
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass sehr trockene Erde automatisch gegen Kondenswasser hilft. Das stimmt nur teilweise. Zu trockene Erde kann bei späterem Gießen sogar noch mehr Verdunstung auslösen, weil sie Wasser zunächst heftig aufnimmt und danach stark wieder abgibt. Besser ist ein gleichmäßiger, bedarfsgerechter Rhythmus.
Wenn Pflanzen zu eng stehen
Zu wenig Abstand ist eine der unterschätzten Ursachen im Gewächshaus. Zwischen dicht gepflanzten Tomaten, Gurken oder Jungpflanzen kann die Luft kaum zirkulieren. Dann trocknen Blätter nach dem Gießen oder nach nächtlicher Kondensation nur langsam ab.
Gerade bei rankenden Kulturen lohnt ein regelmäßiges Auslichten. Alte, beschädigte oder bodennahe Blätter sollten entfernt werden, sobald sie kaum noch zum Wachstum beitragen. Das verbessert nicht nur die Luftzirkulation, sondern nimmt Pilzsporen auch einen bequemen Startpunkt.
Wer im Frühjahr mit vielen Anzuchtgefäßen arbeitet, sollte die Töpfe nicht eng an eng stellen. Ein paar Zentimeter Abstand wirken unscheinbar, machen aber einen deutlichen Unterschied. Die Luft kommt besser durch, und feuchte Stellen trocknen schneller.
Was bei Schimmel und Pilzbefall wichtig ist
Sobald sich Schimmel oder Pilzbeläge zeigen, ist das Klima bereits ungünstig. Dann hilft es wenig, nur die sichtbaren Stellen zu entfernen. Besser ist es, die Ursache im Gesamtbild zu suchen: Luftfeuchte, Gießmenge, Pflanzenabstand, abgestorbenes Material und Temperaturwechsel.
Befallenes Pflanzenmaterial sollte sauber entfernt werden, damit sich die Sporen nicht weiter verteilen. Werkzeuge, Handschuhe und Hände danach zu reinigen, ist ebenfalls sinnvoll. Wer wiederholt gleiche Stellen betroffen hat, sollte auch den Untergrund prüfen, denn alte Pflanzenreste im Boden können ein dauerhafter Infektionsherd sein.
Bei starkem Befall ist manchmal weniger die Behandlung als die Sortenwahl das Thema. Robuste Sorten, frühzeitiges Auslichten und ein stabileres Klima bringen oft mehr als jede spätere Rettungsaktion. Vor allem im Gemüseanbau ist Vorbeugung im Gewächshaus fast immer die bessere Strategie.
Die Rolle von Temperatur und Jahreszeit
Im Frühjahr ist das Risiko besonders hoch, weil die Tage schnell warm und die Nächte noch kühl sind. Genau diese Wechsel erzeugen Kondenswasser. Im Sommer tritt das Problem eher bei mangelnder Belüftung und Hitzestau auf, im Herbst wieder bei sinkenden Nachttemperaturen und längeren Feuchtephasen.
Im Winter oder in kühlen Übergangszeiten verschärft sich die Lage, wenn das Gewächshaus nur selten gelüftet wird. Dann bleibt Feuchte oft lange im Raum, obwohl nur wenig gegossen wird. Gerade in dieser Phase können kleine Mengen Wasser ausreichen, um die Scheiben regelmäßig beschlagen zu lassen.
Deshalb lohnt es sich, das Klima nicht nur nach Tageszeit, sondern auch nach Saison zu betrachten. Was im Juni gut funktioniert, kann im März schon zu wenig oder im Oktober zu viel sein. Ein Gewächshaus verlangt ein wenig Mitdenken, dafür belohnt es stabile Bedingungen mit gesünderem Wachstum.
Typische Fehler, die das Problem verschärfen
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass ein geschlossenes Gewächshaus automatisch gut schützt. Tatsächlich schützt es nur dann, wenn Luft und Feuchtigkeit vernünftig gesteuert werden. Ohne Lüftung wird aus dem Schutzraum schnell ein Feuchtbiotop.
Ein weiterer Irrtum ist das zu späte Reagieren auf erste Warnzeichen. Wenn morgens immer öfter Tropfen an den Scheiben hängen, ist das meist schon ein Hinweis auf ein dauerhaftes Feuchteplus. Wer dann nur abwartet, riskiert Pilzdruck und schwächere Pflanzen.
Auch übertriebene Sauberkeit kann schaden, wenn dafür die Lüftung vernachlässigt wird. Ein sauberer Boden ist wichtig, aber trockene Luft und Luftbewegung sind ebenso wichtig. Das eine ersetzt das andere nicht.
Was sich im Alltag wirklich bewährt
Am besten funktioniert meist ein ruhiger, wiederkehrender Ablauf: morgens kurz lüften, Pflanzen prüfen, nur den tatsächlichen Bedarf gießen und abgestorbene Blätter entfernen. Das klingt unspektakulär, ist im Gewächshaus aber oft wirkungsvoller als jeder spätere Eingriff.
Wer zusätzlich Schatten, Luftöffnung und Gießmenge aufeinander abstimmt, bekommt das Klima oft erstaunlich stabil hin. Besonders bei empfindlichen Kulturen zahlt sich das schnell aus, weil weniger Kondenswasser entsteht und die Pflanzen trockener durch den Tag kommen.
Ein Gewächshaus soll Wachstum fördern, nicht Feuchtigkeit sammeln. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Luft, Wasser und Temperatur im Zusammenspiel. Wer diese drei Größen im Griff hat, reduziert das Risiko deutlich und schafft bessere Bedingungen für kräftige Pflanzen.
Wo sich die Feuchte im Gewächshaus besonders gern sammelt
In vielen Gewächshäusern entsteht das Problem nicht gleichmäßig, sondern an wenigen Stellen ganz besonders stark. Entscheidend sind Ecken, niedrige Bereiche, kalte Flächen und Bauteile, die sich nachts schneller abkühlen als die Umgebungsluft. Dort schlägt sich Wasserdampf zuerst nieder und bleibt länger haften. Gerade an Glasflächen, Metallprofilen und ungedämmten Fundamenträndern bildet sich dann ein feiner Film, der morgens noch sichtbar ist, obwohl die Luft schon wieder trockener wirkt.
Auch die Nutzung des Gewächshauses spielt eine große Rolle. Dichte Bepflanzung, feuchte Wege, offene Gießkannen oder frisch gewässerte Aussaaten erhöhen die Luftfeuchte über Stunden. Wer das Haus häufig schließt, damit Wärme gespeichert wird, verstärkt den Effekt zusätzlich. Die warme Luft nimmt zwar viel Wasser auf, gibt es aber beim Abkühlen an die kältesten Oberflächen ab. So entsteht ein Kreislauf, der sich besonders in der Übergangszeit deutlich bemerkbar macht.
Stellen, die Sie gezielt beobachten sollten
- Ecken mit wenig Luftbewegung, vor allem hinter Regalen oder Töpfen
- Glasflächen am Morgen, wenn außen und innen starke Temperaturunterschiede herrschen
- Bodenbereiche mit verdichtetem Substrat oder stehender Nässe
- Bereiche unter Tischen, wo sich feuchte Luft länger hält
- Tür- und Dachzonen, die je nach Wetterlage unterschiedlich stark auskühlen
Wie sich Schäden an Jungpflanzen vermeiden lassen
Besonders empfindlich reagieren Sämlinge, Stecklinge und junge Kulturpflanzen. Ihre feinen Stängel und weichen Blattgewebe bieten Pilzen und Bakterien leichte Angriffsflächen, wenn die Oberfläche lange feucht bleibt. Deshalb lohnt sich bei Anzucht und Jungpflanzen ein etwas anderer Umgang als bei robusten, ausgewachsenen Gewächsen. Ein dauerhaft nasser Bestand braucht deutlich mehr Aufmerksamkeit als eine lockere, gut abtrocknende Kultur.
Für die Anzucht sind flache, gut drainierte Gefäße sinnvoll. Sie lassen das Substrat gleichmäßiger abtrocknen und verhindern, dass sich Wasser am Boden staut. Auch das Gießen von unten kann helfen, solange überschüssiges Wasser nach kurzer Zeit entfernt wird. Wer morgens gießt, gibt den Pflanzen und der Umgebung mehr Zeit, bis zum Abend abzutrocknen. Abends nasse Jungpflanzen bleiben dagegen oft zu lange in einer feuchten Hülle aus Luft und Blattwerk.
Hinzu kommt die richtige Platzierung. Jungpflanzen sollten nicht unmittelbar an kalten Scheiben stehen. Dort sammeln sich Wassertröpfchen besonders schnell, und die Temperatur sinkt in der Nacht oft stärker als in der Raummitte. Ein kleiner Abstand zur Wand genügt bereits, damit Luft zirkulieren kann und die Blätter weniger oft benetzt werden.
Praktische Kniffe für ein stabileres Innenklima
Ein ausgeglichenes Gewächshausklima entsteht meist durch mehrere kleine Maßnahmen statt durch eine einzige große. Wichtig ist, dass sich Wärme, Feuchte und Luftaustausch gegenseitig im Gleichgewicht halten. Schon einfache Gewohnheiten im Gartenalltag können viel bewirken, wenn sie konsequent umgesetzt werden.
- Lüftungen früh öffnen, bevor sich die Luft am Vormittag stark aufheizt
- Bei wechselhaftem Wetter lieber mehrmals kurz lüften als stundenlang alles geschlossen halten
- Gießwasser nicht über die Pflanzen verteilen, sondern an die Wurzelzone bringen
- Feuchte Tücher, Untersetzer und offene Wasserschalen regelmäßig kontrollieren
- Nasse Pflanzenreste nach dem Ausputzen zügig entfernen
- Werkzeuge und Sprühflaschen trocken lagern, damit keine zusätzliche Feuchte entsteht
Auch die Materialwahl kann helfen. Bodenbeläge mit guter Drainage, keine dauernd nassen Wege und ein möglichst sauberer Untergrund senken die Restfeuchte spürbar. Wer mit Regalen arbeitet, sollte darauf achten, dass darunter Luft nachströmen kann. Geschlossene Ablagen oder dicht gestellte Kisten bremsen den Luftaustausch und halten Tropfwasser länger fest.
So bleibt die Luft auch in der Nacht besser im Gleichgewicht
Die Nacht ist der kritische Zeitraum, weil die Temperatur sinkt und der Wasserdampf sich an kalten Flächen niederschlägt. Deshalb lohnt es sich, schon am Abend Bedingungen zu schaffen, die die Auskühlung abmildern. Ein Gewächshaus, das tagsüber viel Wärme speichert und nachts stark abgibt, neigt eher zu Beschlag und Tropfbildung. Das betrifft vor allem schlichte Konstruktionen ohne Dämmung oder mit vielen Metallteilen.
Hilfreich ist eine Kombination aus moderatem Wärmespeicher und möglichst gleichmäßiger Luftführung. Wasserbehälter, Steine oder andere speicherfähige Materialien können Temperatursprünge etwas abfedern. Gleichzeitig sollte die Luft nicht völlig unbewegt bleiben. Ein leichter Luftaustausch reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass sich einzelne Zonen stark abkühlen und sofort wieder Wasser ansetzen. Bei sehr kalten Nächten kann es sinnvoll sein, das Haus nicht unnötig stark auszukühlen, damit sich die Luftfeuchte nicht an jedem kalten Bauteil sammelt.
Im Winter oder in kühlen Übergangsmonaten ist zudem die Tagesplanung wichtig. Wer früh am Tag lüftet und am Nachmittag noch einmal prüft, ob die Innenwände trocken werden, verhindert oft die stärksten Feuchteansammlungen. Auch kleine Kontrollen nach Regenschauern oder nach dem Gießen helfen, weil sich die Bedingungen im Gewächshaus schneller ändern, als es von außen wirkt.
Eine einfache Routine für den Gartenalltag
Mit einer festen Reihenfolge lässt sich viel Stress aus der Pflege nehmen, denn Feuchtigkeit im Gewächshaus wird vor allem dann zum Problem, wenn sie unbemerkt bleibt. Eine kurze tägliche Kontrolle reicht oft schon aus, um kritische Stellen rechtzeitig zu erkennen. Wer die gleichen Punkte immer in derselben Reihenfolge prüft, übersieht weniger und reagiert schneller.
- Morgens die Scheiben, Ecken und den Boden auf Tropfen oder Beschlag prüfen.
- Lüftungen öffnen, sobald die Außentemperatur und das Wetter es zulassen.
- Nur so viel gießen, wie die Pflanzen für den Tag brauchen.
- Feuchte Pflanzenreste, welke Blätter und Substratkrümel entfernen.
- Abends noch einmal kontrollieren, ob sich erneut Nässe an kalten Flächen sammelt.
Diese Routine ist besonders hilfreich bei empfindlichen Kulturen, in der Anzucht und nach längeren Schlechtwetterphasen. Sie sorgt nicht nur für trockenere Oberflächen, sondern auch für sichtbar kräftigere Pflanzen mit weniger Druck durch Pilzkrankheiten. Wer sein Gewächshaus regelmäßig beobachtet, erkennt schnell, welche Stellschrauben im eigenen Garten am meisten Wirkung zeigen.
Fragen und Antworten
Wie lässt sich zu viel Luftfeuchte im Gewächshaus früh erkennen?
Ein erster Hinweis sind Wassertröpfchen an Scheiben, Profilen oder Blättern am Morgen. Auch ein dauerhaft schweres, stickiges Klima und langsames Abtrocknen nach dem Gießen sprechen dafür, dass die Luft zu feucht ist.
Warum ist beschlagene Verglasung nicht automatisch ein Problem?
Leichter Beschlag nach einer kühlen Nacht ist normal, weil warme Luft mehr Wasser speichern kann als kalte. Kritisch wird es erst, wenn die Feuchte lange stehen bleibt und Oberflächen über viele Stunden nass bleiben.
Welche Pflanzen reagieren besonders empfindlich auf feuchte Luft?
Viele Tomaten-, Gurken- und Paprikapflanzen leiden schnell, wenn die Blätter lange feucht sind. Auch empfindliche Jungpflanzen und Kräuter mit lockerem Wuchs bekommen bei schlechter Belüftung schneller Probleme mit Pilzkrankheiten.
Wie oft sollte man im Gewächshaus lüften?
Am besten lüftet man regelmäßig, nicht nur bei sichtbarem Beschlag. Schon kurzes Stoßlüften am Morgen und erneutes Öffnen in warmen Phasen hilft, überschüssige Nässe aus dem Innenraum zu bekommen.
Hilft Heizen gegen Kondensation?
Ja, etwas Wärme kann die Luft trockener machen und die Scheiben weniger stark abkühlen lassen. Wichtig ist aber die Kombination aus Heizen und Luftaustausch, sonst bleibt die Feuchtigkeit lediglich im Inneren gefangen.
Welche Rolle spielt das Gießverhalten?
Morgendliches Gießen ist oft günstiger als abendliches, weil die Pflanzen tagsüber mehr Wasser aufnehmen und die Oberfläche bis zur Nacht abtrocknen kann. Wer sparsam direkt an der Wurzel gießt, entlastet außerdem die Luft im gesamten Haus.
Woran erkennt man, dass Pflanzen zu dicht stehen?
Wenn sich Blätter berühren, Luft kaum zwischen den Reihen zirkuliert und die Pflanzen nach dem Gießen lange nass bleiben, ist der Abstand meist zu gering. Dann staut sich Feuchte besonders in den unteren Bereichen, wo sie kaum entweichen kann.
Welche einfachen Maßnahmen verbessern das Klima sofort?
Ein freier Luftweg zwischen Ein- und Auslass, offene Lüftungsklappen und saubere Flächen bringen oft schon viel. Zusätzlich helfen aufgeräumte Wege, damit keine feuchten Ecken durch übervolle Stellflächen entstehen.
Kann Mulch die Luftfeuchte im Gewächshaus erhöhen?
Ja, sehr nasser oder ständig feuchter Mulch gibt Wasser an die Umgebung ab. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, sollte aber so eingesetzt werden, dass der Boden bedeckt bleibt, ohne die Luft dauerhaft zu sättigen.
Wie beugt man Schimmel an Wänden und Rahmen vor?
Regelmäßiges Abwischen von Kondenswasser und das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile sind wichtige Schritte. Auch saubere Ritzen, trockene Ecken und eine gute Luftbewegung helfen dabei, Schimmelsporen den Nährboden zu entziehen.
Wann lohnt sich der Einsatz eines Hygrometers?
Ein Hygrometer lohnt sich immer dann, wenn das Klima im Gewächshaus schwer einzuschätzen ist oder empfindliche Kulturen darin stehen. Mit den Messwerten lässt sich besser beurteilen, ob Lüften, Heizen oder Gießpausen nötig sind.
Fazit
Zu hohe Luftfeuchte gehört im Gewächshaus zu den wichtigsten Ursachen für Krankheitsdruck und Wachstumsschwächen. Wer auf Lüftung, maßvolles Gießen und genügend Abstand zwischen den Pflanzen achtet, hält das Klima deutlich stabiler.
So bleibt das Gewächshaus ein geschützter Ort für kräftige Pflanzen statt ein Raum, in dem Nässe lange stehen bleibt. Mit wenigen Routinen lassen sich viele Probleme vermeiden, bevor sie überhaupt sichtbar werden.