Mykorrhiza im Garten: Wann Pilzpartner Pflanzen beim Anwachsen helfen

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 17. Juni 2026 08:57

Mykorrhiza kann frisch gesetzten Pflanzen den Start im Garten erleichtern, vor allem wenn der Boden noch wenig belebt ist oder Wurzeln nach dem Umpflanzen gestresst sind. Die Pilzpartnerschaft hilft dann häufig dabei, Wasser und Nährstoffe besser zu erschließen, sodass Anwachsen ruhiger und gleichmäßiger verläuft.

Der Nutzen zeigt sich besonders bei Gehölzen, Stauden, Rosen, Obstgehölzen und vielen Gartenpflanzen, die von Anfang an ein feines Wurzelnetz aufbauen sollen. Wer den Boden bereits gut vorbereitet hat und gesunde Erde verwendet, braucht den Pilzpartner nicht immer, aber in schwierigen Startsituationen ist er oft ein hilfreicher Rückenwind.

Was Mykorrhiza eigentlich im Boden macht

Mykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft aus Pflanzenwurzeln und nützlichen Pilzen. Die Pilzfäden vergrößern die Reichweite der Wurzel, als würde die Pflanze ein deutlich feineres Suchnetz unter der Erde bekommen.

Für den Garten ist das interessant, weil junge Pflanzen beim Einwachsen erst einmal genug Stress haben: neue Erde, anderes Feuchtigkeitsniveau, Schnitt an den Wurzeln, Temperaturschwankungen. In dieser Phase kann eine funktionierende Pilzsymbiose helfen, die Versorgung zu stabilisieren, solange der Boden nicht völlig ungeeignet ist.

Wichtig ist dabei ein sauberer Blick auf die Bedingungen. Mykorrhiza ersetzt keinen schlechten Standort, keine Staunässe und keinen verdichteten Boden. Sie unterstützt Pflanzen dort, wo die Grundbedingungen schon halbwegs stimmen, aber die Wurzeln noch Schwung brauchen.

Wann der Einsatz besonders sinnvoll ist

Der größte Effekt zeigt sich meist beim Pflanzen von Gehölzen, Stauden und Gemüsejungpflanzen, wenn sie direkt nach dem Setzen möglichst schnell Fuß fassen sollen. Je kleiner oder empfindlicher das Wurzelsystem ist, desto eher lohnt sich ein guter Starthelfer.

Typische Situationen sind frisch gekaufte Containerpflanzen, umgesetzte Sträucher, neu gesetzte Rosen, Obstbäume, Beerensträucher oder Staudenbeete auf bisher eher kargem Boden. Auch bei sandigen Flächen mit wenig organischer Substanz kann Mykorrhiza nützlich sein, weil Nährstoffe und Wasser dort leichter verlagert werden.

Besonders aufmerksam darf man bei Standorten sein, die lange brach lagen oder nach Bauarbeiten neu angelegt wurden. In solchen Böden fehlt oft ein stabiles Bodenleben, und genau dort kann ein gezielter Impuls beim Einwurzeln helfen.

Wann der Nutzen eher klein bleibt

Es gibt auch Fälle, in denen der Effekt überschaubar ist. Wenn der Boden schon sehr humos, lebendig und gut strukturiert ist, sind oft bereits genug natürliche Pilzpartner vorhanden. Dann bringt eine zusätzliche Gabe zwar selten Schaden, aber der Mehrwert ist nicht immer groß.

Auch bei Pflanzen, die mit Wurzelschnitt, topfigem Ballen oder kräftigem Wachstum sehr robust umgehen, ist der Unterschied oft weniger sichtbar. Das gilt besonders dann, wenn regelmäßig richtig gegossen wird und die Nährstoffversorgung ausgewogen ist.

Wer zudem mit stark phosphathaltigen Düngern arbeitet, kann die Symbiose teilweise ausbremsen. Der Pilzpartner wird für die Pflanze vor allem interessant, wenn die Wurzeln von der Zusammenarbeit profitieren dürfen und nicht mit zu viel leicht verfügbarer Nahrung überversorgt werden.

So läuft die Anwendung im Garten sauber ab

Für eine gute Wirkung kommt es weniger auf Zauberei als auf den richtigen Moment an. Die Pilze sollten möglichst nah an die aktiven Wurzeln gelangen, damit die Verbindung schnell entstehen kann.

Anleitung
1Boden auf Struktur und Durchlässigkeit prüfen.
2Feuchte nach dem Gießen beobachten.
3Wurzelraum nicht mit frischem Mineraldünger überladen.
4Die Oberfläche nach dem Pflanzen locker bedeckt halten.
5In den ersten Wochen ruhige Pflege statt häufiger Eingriffe wählen.

  • Das Pflanzloch vorbereiten und die Erde locker halten.
  • Das Mittel direkt an Wurzelballen, Wurzeln oder Pflanzloch geben.
  • Pflanze einsetzen und gut andrücken, damit Bodenkontakt entsteht.
  • Gründlich angießen, ohne den Bereich zu verschlämmen.
  • In den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe erzeugen.

Der wichtigste Punkt ist der Kontakt zur Wurzel. Wird das Mittel irgendwo in die Umgebung gestreut, aber nicht an die Wurzel gebracht, geht viel Wirkung verloren. Bei trockenen Ballen lohnt es sich außerdem, vor dem Pflanzen kurz zu wässern, damit die feinen Strukturen wieder ansprechbar sind.

Welche Pflanzen besonders profitieren

Viele Gartenpflanzen kommen mit Mykorrhiza gut zurecht, besonders Stauden, Ziergehölze, Obstgehölze und zahlreiche Gemüsearten. Bei Neu- und Umpflanzungen ist die Unterstützung oft am deutlichsten, weil die Pflanze ihre Wurzeln erst neu sortieren muss.

Rosen, Obstbäume, Beerensträucher und Ziersträucher reagieren häufig gut, wenn sie in mäßig versorgten Boden gesetzt werden. Auch mediterrane Pflanzen, die in lockeren Substraten stehen und nicht permanent nass sein sollen, profitieren oft von einer stabileren Wasser- und Nährstofferschließung.

Bei bestimmten Pflanzenfamilien ist die Sache allerdings eingeschränkt. Nicht alle Arten bilden die gleiche Form der Symbiose, und manche Kulturen haben im Garten ohnehin ganz eigene Bodenansprüche. Wer also sehr spezielle Pflanzen setzt, sollte immer auch den Standort und den Wurzeltyp im Blick behalten.

Was im Boden die Wirkung stärkt oder schwächt

Ein lebendiger, lockerer Boden ist die beste Bühne für Mykorrhiza. Dort können Pilzfäden sich ausbreiten, die Wurzel bleibt gut belüftet, und Wasser verteilt sich gleichmäßiger.

Schwerer, verdichteter Boden bremst dagegen viele Prozesse. Wenn sich Wasser staut oder Sauerstoff fehlt, ist das für Wurzeln und Pilznetz gleichermaßen ungünstig. Dann hilft oft zuerst das Bodenbild zu verbessern, etwa mit Kompost, lockerer Struktur und angepasstem Gießen.

Auch extreme Trockenheit ist ein Problem. Die Symbiose braucht ein Mindestmaß an Feuchtigkeit, damit sich die Verbindung aufbauen kann. Dauerhaft ausgetrocknete Erde ist für junge Pflanzen so oder so ein harter Start.

Typische Fehler beim Einsatz

Ein häufiger Fehler ist die Gabe an die falsche Stelle. Mykorrhiza gehört an den Wurzelbereich, nicht als Nebendeko in die Beeterde. Wer das Mittel zu tief oder zu weit entfernt platziert, verschenkt Wirkung.

Ebenso ungünstig ist ein übermäßiger Einsatz von stark aufgedüngter Pflanzerde oder sehr mineralischer Dauerversorgung direkt nach dem Pflanzen. Die Pflanze soll sich erst einmal verwurzeln, nicht von der ersten Woche an auf Überfluss reagieren.

Ein weiterer Stolperstein ist falsches Gießen. Zu wenig Wasser lässt die Wurzel nicht ankommen, zu viel Wasser verdrängt Luft aus dem Boden. Beides kann die Zusammenarbeit ausbremsen, obwohl der Pilzpartner eigentlich gut gewählt war.

Wann man besser am Boden ansetzt

Wenn Pflanzen immer wieder schlecht anwachsen, liegt das Problem oft tiefer im Boden. Dann lohnt es sich, erst die Ursache zu prüfen: Ist die Erde verdichtet, zu nass, zu mager oder stark ausgewaschen?

In solchen Fällen bringt Mykorrhiza allein nur wenig. Erst wenn der Standort lockerer, strukturierter und gleichmäßiger feucht ist, kann sich die Symbiose dauerhaft etablieren. Wer also dauerhaft Probleme hat, sollte den Boden als Ganzes betrachten und nicht nur den Pilzhelfer als schnelle Lösung sehen.

Gerade bei Neupflanzungen in Beeten, die lange ohne Pflege waren, ist dieser Blick wichtig. Ein bisschen Bodenaufbau mit Kompost, Mulch und angepasster Bewässerung wirkt oft nachhaltiger als jede Einzelgabe.

So erkennst du, ob die Pflanze davon profitiert

Eine Pflanze mit gutem Start wirkt nach einigen Wochen stabiler, zeigt frische Triebe und hält Trockenphasen oft besser aus. Das heißt nicht, dass jede Bewegung sofort auf die Pilzsymbiose zurückgeht, aber die Gesamtentwicklung gibt gute Hinweise.

Wenn ein frisch gesetztes Gehölz trotz passender Pflege lange schlapp bleibt, gelbe Blätter entwickelt oder kaum Neuaustrieb zeigt, liegt die Ursache häufig nicht nur am fehlenden Pilzpartner. Dann sind Wurzelraum, Wasserführung, Bodendichte oder Pflanzzeitpunkt ebenso zu prüfen.

Gute Anwuchsbedingungen zeigen sich meist daran, dass die Pflanze nach einer kurzen Eingewöhnung wieder sichtbar Fahrt aufnimmt. Genau in dieser Phase kann Mykorrhiza helfen, den Übergang weniger holprig zu machen.

Das passende Vorgehen bei Neupflanzungen

Wer bei einer Neupflanzung sauber arbeiten will, geht am besten in einer ruhigen Reihenfolge vor. Erst das Pflanzloch gut vorbereiten, dann den Wurzelbereich behandeln, anschließend einsetzen und zum Schluss den Boden angleichen und wässern.

Diese Reihenfolge ist deshalb sinnvoll, weil die Pilzpartner nur dann gut arbeiten, wenn sie wirklich an die Wurzeln gelangen. Danach braucht die Pflanze Ruhe, gleichmäßige Feuchte und Zeit, um das Netz aufzubauen.

Bei empfindlichen Pflanzen ist weniger Aktion oft mehr. Ein gut gesetzter Strauch mit ordentlichem Bodenkontakt und ruhiger Wasserversorgung kommt meist besser an als eine übertrieben bearbeitete Pflanzstelle.

Praxis im Beet und am Gehölzrand

Im Staudenbeet kann Mykorrhiza besonders nützlich sein, wenn einzelne Pflanzen neu gesetzt werden und der Rest des Beets bereits eingewachsen ist. Dann treffen unterschiedliche Bodenphasen aufeinander, und die frisch gesetzten Exemplare brauchen den besseren Start oft am stärksten.

Am Gehölzrand ist der Effekt ebenfalls interessant, vor allem bei jungen Obstbäumen oder neu gepflanzten Sträuchern. Dort zählt jede Unterstützung, die das Einwurzeln stabiler macht, ohne dass man ständig mit Dünger nachhelfen muss.

Wird parallel gemulcht, kann das die Bodenfeuchte und das Bodenleben zusätzlich stabilisieren. Eine Mulchschicht ist dabei kein Ersatz für Mykorrhiza, aber sie schafft ein Umfeld, in dem sich die Zusammenarbeit oft besser entwickelt.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst

Die beste Entscheidung hängt vom Standort, der Pflanze und dem Bodenzustand ab. In frischem, eher kargem oder gestörtem Boden ist Mykorrhiza oft eine sinnvolle Begleitung beim Anwachsen, während in gut eingespielten Gartenbereichen der Effekt kleiner ausfallen kann.

Wer das Ganze praktisch angeht, schaut zuerst auf die Pflanze, dann auf die Erde und erst danach auf das Hilfsmittel. So bleibt der Blick auf die eigentliche Ursache erhalten und der Pilzpartner wird zu dem, was er im Garten am besten ist: eine Hilfe in guten, aber noch nicht perfekten Startbedingungen.

Worauf es bei der Bodenmikrobiologie wirklich ankommt

Viele Gartenfreunde denken bei Pilzpartnern zuerst an ein Mittel, das man beim Einpflanzen einfach dazugibt. In der Praxis entscheidet aber vor allem das Umfeld, ob die Zusammenarbeit mit den Wurzeln sauber anläuft. Ein lockerer, lebendiger Boden mit etwas Humus, passender Feuchte und wenig Störung bietet die besten Startbedingungen. Dort können sich die feinen Pilzfäden gut ausbreiten und Kontakt zur Wurzeloberfläche aufnehmen.

Besonders hilfreich ist das bei frisch gesetzten Gehölzen, Stauden oder mehrjährigen Kübelpflanzen, deren Wurzeln nach dem Umsetzen erst wieder Anschluss finden müssen. In solchen Situationen geht es weniger um einen Soforteffekt als um ein stabiles Anwachsen. Je schneller die Pflanze Wasser und Nährstoffe erschließen kann, desto ruhiger fällt die erste Zeit nach dem Pflanzen aus.

So unterstützt du die Wurzeln von Anfang an

Damit der Start gelingt, zählt nicht nur das Mittel selbst, sondern auch die Art des Einpflanzens. Pilzpartner wirken am besten direkt an der jungen Wurzel, nicht verstreut irgendwo im Pflanzloch. Wer sauber arbeitet, legt damit die Grundlage für eine enge Verbindung im Wurzelbereich.

  • Pflanzloch passend zur Wurzelgröße vorbereiten, nicht zu tief und nicht zu eng.
  • Das Mittel dort platzieren, wo frische Wurzelspitzen später Kontakt haben.
  • Nach dem Einsetzen gleichmäßig angießen, damit der Bodenanschluss gut entsteht.
  • In den ersten Wochen weder austrocknen lassen noch dauerhaft vernässen.
  • Stark konzentrierte Dünger nicht direkt in die Wurzelzone geben.

Gerade bei sensiblen Jungpflanzen lohnt sich außerdem ein ruhiges Umfeld. Häufiges Umsetzen, starkes Umgraben oder zu grobes Arbeiten im Wurzelraum bremst den Aufbau des feinen Geflechts. Wer den Boden anschließend mit einer lockeren Mulchschicht schützt, hält die Feuchtigkeit besser im Bereich der Wurzeln.

Wo der Nutzen im Garten besonders leicht sichtbar wird

Am deutlichsten zeigt sich der Effekt bei Pflanzen, die nach dem Setzen erst neue Feinwurzeln bilden müssen. Dazu gehören viele Obstgehölze, Rosen, Heckenpflanzen, Stauden und zahlreiche Ziergehölze. Auch in größeren Töpfen kann die Unterstützung interessant sein, weil das Wurzelvolumen dort begrenzt bleibt und Nährstoffe schneller verbraucht werden.

In mageren oder sandigen Böden hilft der symbiotische Partner oft dabei, Reserven besser zu erschließen. Die Pflanze kommt dann leichter an Phosphor und andere gebundene Nährstoffe heran, ohne dass sofort stärker gedüngt werden muss. Das ist im Hausgarten besonders nützlich, wenn neue Pflanzen erst einmal Wurzeln machen sollen, statt nur oberirdisch zu wachsen.

Bei bereits eingewachsenen, kräftigen Exemplaren fällt der Zusatznutzen meist geringer aus. Dort ist das Wurzelnetz oft schon gut entwickelt. Trotzdem kann eine gezielte Anwendung nach Umpflanzungen oder bei standortschwachen Stellen sinnvoll bleiben, vor allem wenn der Boden zuvor stark bearbeitet wurde.

Günstige Ausgangslage im Überblick

  • frisch gepflanzte Gehölze und Stauden
  • Kübelpflanzen mit begrenztem Wurzelraum
  • sandige oder nährstoffarme Gartenböden
  • Standorte mit trockenem Oberboden und lockerem Untergrund
  • Pflanzen nach Umpflanzstress oder Wurzelverlust

Pflege in den ersten Wochen nach dem Pflanzen

Nach dem Einsetzen beginnt die eigentliche Stabilisierung. In dieser Phase sollte die Erde gleichmäßig feucht bleiben, ohne dauerhaft nass zu sein. Zu viel Wasser drückt Sauerstoff aus dem Boden, und genau den brauchen Wurzeln ebenso wie die bodenlebenden Pilze. Zu wenig Feuchte dagegen unterbricht die Entwicklung des feinen Geflechts.

Auch bei der Düngung lohnt Zurückhaltung. Ein milder Start reicht oft aus, weil die Pflanze zunächst vor allem Anschluss an den Boden sucht. Hohe Salzmengen oder stark stickstoffbetonte Gaben stören das Gleichgewicht im Wurzelbereich eher, als dass sie helfen. Wer eine Mulchschicht aus Laubkompost, Rindenhumus oder gut abgelagertem Material einsetzt, unterstützt zusätzlich das Bodenleben.

Im Beet empfiehlt es sich, den Bereich um die Pflanze nicht ständig aufzulockern oder tief zu hacken. Die feinen Pilzstrukturen liegen dicht unter der Oberfläche und reagieren empfindlich auf Störung. Schonender ist es, Unkraut vorsichtig zu entfernen und den Boden anschließend wieder zu bedecken.

Wann sich ein Blick auf den Standort besonders lohnt

Ein guter Standort entscheidet oft mehr als jedes Zusatzmittel. An sonnigen, sehr trockenen Plätzen braucht die Bodenstruktur mehr Aufmerksamkeit, weil das Wurzelumfeld schneller austrocknet. Dort hilft es, beim Pflanzen organische Substanz einzuarbeiten und die Oberfläche später zu bedecken, damit Feuchtigkeit länger verfügbar bleibt.

In schweren, verdichteten Böden ist dagegen Luft im Wurzelraum das größere Thema. Solche Flächen profitieren von lockerer Erde, ausreichend Struktur und einer vorsichtigen Bodenverbesserung vor dem Pflanzen. Nur wenn Wasser ablaufen kann und Sauerstoff an die Wurzeln gelangt, kann sich die Gemeinschaft zwischen Wurzel und Pilz stabil entwickeln.

Auch der pH-Wert spielt eine Rolle. Viele Gartenpflanzen kommen mit leicht saurem bis neutralem Boden gut zurecht, und in diesem Bereich arbeiten zahlreiche nützliche Bodenorganismen zuverlässig. Bei sehr kalkreichen oder extrem sauren Substraten lohnt ein genauer Blick auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze, damit die Voraussetzungen stimmig bleiben.

Einfacher Prüfweg vor dem Setzen

  1. Boden auf Struktur und Durchlässigkeit prüfen.
  2. Feuchte nach dem Gießen beobachten.
  3. Wurzelraum nicht mit frischem Mineraldünger überladen.
  4. Die Oberfläche nach dem Pflanzen locker bedeckt halten.
  5. In den ersten Wochen ruhige Pflege statt häufiger Eingriffe wählen.

Wer im Garten auf ein lebendiges Bodenmilieu achtet, schafft für junge Pflanzen einen spürbar besseren Start. Die Verbindung zwischen Wurzel und Pilz ersetzt keine gute Pflege, sie ergänzt sie. Genau darin liegt der praktische Wert: Pflanzung, Boden und Nachsorge greifen ineinander, sodass die Pflanze schneller Fuß fasst und sich stabil entwickeln kann.

FAQ

Wie erkenne ich, ob Mykorrhiza für eine junge Pflanze sinnvoll ist?

Ein guter Hinweis ist, wenn frisch gesetzte Pflanzen eher langsam neue Wurzeln und Triebe bilden oder nach dem Pflanzen eine längere Eingewöhnungszeit brauchen. Besonders bei Gehölzen, Stauden und vielen Beetpflanzen kann der Pilzpartner helfen, die Nährstoff- und Wasseraufnahme zu verbessern. Entscheidend bleibt aber immer, dass der Boden passend vorbereitet ist und nicht bereits stark belastet oder verdichtet ist.

Kann ich Mykorrhiza beim Einpflanzen einfach ins Pflanzloch geben?

Ja, das ist eine verbreitete und sinnvolle Vorgehensweise, solange das Präparat direkt an die Wurzeln gelangt. Streue das Mittel am besten auf die Wurzelzone oder arbeite es nach Anleitung in den Wurzelbereich ein. Auf trockene Erde oder weit entfernt von den Wurzeln verteilt, bleibt der Nutzen deutlich geringer.

Welche Bodenbedingungen unterstützen die Wirkung am besten?

Locker strukturierte, humose und mäßig feuchte Erde bietet gute Voraussetzungen. Auch ein Bodenleben, das nicht durch zu hohe Salzgaben oder übermäßige Frischdüngung gestört wird, begünstigt die Besiedlung. Ein ausgewogenes Gießen nach dem Pflanzen hilft zusätzlich, damit sich Wurzeln und Pilzgeflecht gut verbinden.

Muss ich Mykorrhiza jedes Jahr neu ausbringen?

Das hängt von Pflanze, Standort und Boden ab. Bei dauerhaften Pflanzungen genügt eine einmalige Gabe oft zum Start, weil sich das Pilzgeflecht im Wurzelraum erhalten kann. Bei Neupflanzungen oder nach starkem Bodenaustausch ist eine erneute Anwendung eher sinnvoll.

Welche Pflanzen reagieren häufig besonders gut darauf?

Viele Gehölze, Rosen, Stauden, Obstgehölze und zahlreiche Zierpflanzen profitieren von einer guten Mykorrhiza-Anbindung. Auch bei empfindlichen Neuankömmlingen im Garten kann der Start leichter gelingen. Weniger passend ist der Einsatz bei Arten, die von Natur aus kaum mit solchen Pilzen zusammenarbeiten.

Kann ich das Mittel mit Dünger kombinieren?

Ja, aber mit Maß. Zu hohe Düngergaben, vor allem direkt beim Pflanzen, können die Entwicklung der Pilzsymbiose bremsen. Besser ist eine zurückhaltende Startdüngung und danach eine Versorgung, die sich am tatsächlichen Bedarf der Pflanze orientiert.

Wie wichtig ist das richtige Gießverhalten nach der Pflanzung?

Sehr wichtig, denn der Wurzelraum sollte gleichmäßig feucht bleiben, ohne zu vernässen. So können Wurzeln anwachsen und der Pilzpartner den neuen Standort schneller erschließen. Längere Trockenphasen direkt nach dem Setzen bremsen diesen Prozess spürbar.

Lohnt sich Mykorrhiza auch bei bestehenden Pflanzen?

Ja, vor allem dann, wenn du den Wurzelbereich schonend öffnen und das Mittel in die aktive Wurzelzone bringen kannst. Bei kräftig etablierten Pflanzen ist der Effekt jedoch oft kleiner als bei Neupflanzungen. Am meisten bringt es, wenn zugleich Bodenstruktur, Wasserhaushalt und Pflege stimmen.

Woran merke ich, dass der Boden das Ergebnis begrenzt?

Sehr schwere, verdichtete oder ständig nasse Böden erschweren die Zusammenarbeit von Wurzeln und Pilzen. Auch stark gestörte Substrate oder Flächen mit wenig organischer Substanz bieten ungünstige Bedingungen. Dann hilft es mehr, zuerst den Boden zu lockern, Humus einzuarbeiten und Staunässe zu vermeiden.

Kann Mykorrhiza bei Kübelpflanzen verwendet werden?

Ja, gerade bei Kübeln ist das oft hilfreich, weil der Wurzelraum begrenzt ist. Das Mittel sollte in direktem Kontakt mit den Wurzeln stehen und das Substrat nicht zu nährstoffreich sein. Eine gute Drainage und regelmäßiges, aber maßvolles Gießen bleiben dabei wichtig.

Fazit

Mykorrhiza kann im Garten besonders beim Einwurzeln einen wertvollen Startvorteil geben, wenn Pflanze, Boden und Pflege zusammenpassen. Wer das Mittel gezielt einsetzt und den Wurzelraum gut vorbereitet, schafft oft bessere Bedingungen für gesundes Wachstum. Am Ende entscheidet nicht nur das Präparat, sondern vor allem der Boden, in dem es wirken soll.

Checkliste
  • Das Pflanzloch vorbereiten und die Erde locker halten.
  • Das Mittel direkt an Wurzelballen, Wurzeln oder Pflanzloch geben.
  • Pflanze einsetzen und gut andrücken, damit Bodenkontakt entsteht.
  • Gründlich angießen, ohne den Bereich zu verschlämmen.
  • In den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe erzeugen.

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