Der Wurmfarn eignet sich besonders für halbschattige bis schattige Plätze, an denen andere Gartenpflanzen nur schwer gedeihen. Entscheidend für ein gesundes Wachstum sind ein humoser, gleichmäßig feuchter Boden und ein Standort ohne pralle Mittagssonne. Gepflanzt wird am besten im Frühjahr oder im frühen Herbst, solange der Boden frostfrei und ausreichend feucht ist.
Der passende Standort für Wurmfarn
Wurmfarne wachsen in der Natur häufig an Waldrändern, unter Gehölzen oder an geschützten Böschungen. Im Garten brauchen sie deshalb keinen vollsonnigen Platz, sondern gedämpftes Licht und eine Umgebung, in der die Erde nicht rasch austrocknet. Ein Standort unter lichten Bäumen, an der Nordseite einer Hecke oder neben einer Mauer kann gut passen.
Vollschatten wird meist toleriert, allerdings bleibt der Farn dort oft etwas lockerer und entwickelt sich langsamer. Helle Morgen- oder Abendsonne ist in der Regel unproblematisch. Direkte Sonne während der heißen Mittagsstunden kann dagegen zu braunen Wedelrändern führen, besonders wenn der Boden trocken ist.
Auch Wind sollte möglichst vermieden werden. Die Wedel verlieren an zugigen Stellen schneller Feuchtigkeit und können durch kräftige Böen beschädigt werden. Ein geschützter Platz zwischen größeren Stauden, Sträuchern oder unter einem Baum bietet dem Wurmfarn ein günstiges Kleinklima.
Boden vorbereiten und Pflanzstelle verbessern
Der Boden sollte locker, humos und wasserdurchlässig sein. Staunässe verträgt der Wurmfarn ebenso wenig wie einen dauerhaft trockenen, verdichteten Untergrund. Besonders schwere Lehmböden lassen sich vor dem Pflanzen mit reifem Kompost und Laubhumus verbessern. Bei sehr dichtem Boden kann zusätzlich grobes organisches Material eingearbeitet werden, damit Regenwasser besser abläuft.
Sandige Böden halten Feuchtigkeit oft nicht lange genug. In diesem Fall hilft eine Mischung aus Kompost, gut verrottetem Laub und humoser Pflanzerde. Frischer Stallmist oder große Mengen schnell wirkender Dünger gehören nicht in das Pflanzloch, weil sie die empfindlichen Wurzeln belasten können.
Der pH-Wert muss nicht in jedem Garten exakt bestimmt werden. Ein leicht saurer bis neutraler Boden ist für viele Wurmfarn-Arten geeignet. Wichtiger als ein bestimmter Messwert sind eine gute Bodenstruktur und eine gleichmäßige Feuchtigkeit.
Wurmfarn richtig pflanzen
Vor dem Einsetzen wird die Pflanze gründlich gewässert. Stelle den Topf dafür in einen Eimer oder eine Schale mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So können sich die Wurzeln vollständig mit Feuchtigkeit versorgen und wachsen leichter in die umgebende Erde ein.
- Entferne Unkraut, Wurzeln und größere Steine von der Pflanzstelle.
- Lockere den Boden auf einer Fläche, die etwas breiter als der Wurzelballen ist.
- Hebe ein Pflanzloch aus, das ungefähr so tief wie der Topfballen und deutlich breiter ist.
- Mische den Aushub bei Bedarf mit reifem Kompost oder Laubhumus.
- Setze den Farn auf gleicher Höhe mit der bisherigen Erdoberfläche ein.
- Fülle das Loch mit lockerer Erde und drücke den Boden vorsichtig an.
- Gieße langsam und durchdringend, damit sich Hohlräume zwischen den Wurzeln schließen.
Das Herz der Pflanze, aus dem die neuen Wedel wachsen, darf nicht mit Erde bedeckt werden. Sitzt der Wurzelstock zu tief, kann Wasser dort stehen bleiben und Fäulnis begünstigen. Nach dem Pflanzen zeigt eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht aus Laub, Rindenhumus oder feinem Kompost, dass die Pflanzstelle ausreichend geschützt ist.
Welcher Abstand ist sinnvoll?
Der benötigte Abstand hängt von der Art und der späteren Größe ab. Kleinere Exemplare können mit etwa 40 bis 50 Zentimetern Abstand gesetzt werden. Bei groß werdenden Formen sind 60 bis 80 Zentimeter sinnvoll, damit sich die Wedel ausbreiten können und die Pflanzen nicht dauerhaft aneinanderreiben.
Für eine geschlossene Fläche dürfen Farne etwas dichter stehen. Bedenke dabei, dass sich die Pflanzen mit der Zeit durch kurze Ausläufer oder neue Triebe ausbreiten können. Ein zu enger Anfangsbestand erschwert später die Pflege und sorgt nach Regen für eine schlecht abtrocknende, sehr dichte Pflanzung.
Gießen nach dem Einsetzen
In den ersten Wochen entscheidet die Wasserversorgung darüber, wie schnell der Farn einwächst. Kontrolliere die Erde regelmäßig mit dem Finger. Fühlt sie sich wenige Zentimeter unter der Oberfläche trocken an, wird gegossen. Nicht die Wedel, sondern der Boden im Wurzelbereich sollte langsam und gründlich befeuchtet werden.
Bei warmem Wetter kann ein neu gepflanzter Wurmfarn mehrmals pro Woche Wasser benötigen. Die genaue Menge hängt von Boden, Niederschlag, Wind und Schatten ab. Im Schatten bleibt die Erde meist länger feucht, während die Nähe zu großen Bäumen problematisch sein kann: Deren Wurzeln entziehen dem Boden viel Wasser.
Ist der Farn eingewachsen, kommt er mit kurzen trockenen Phasen besser zurecht. Dauerhafte Trockenheit lässt die Wedel jedoch welken und kann die Pflanze schwächen. Eine organische Mulchschicht reduziert die Verdunstung und hält die Bodentemperatur gleichmäßiger. Sie sollte nicht direkt auf dem Pflanzenherz liegen.
Düngen und pflegen
Wurmfarne benötigen normalerweise nur wenig Dünger. Eine dünne Schicht reifer Kompost im Frühjahr reicht in vielen Fällen aus. Verteile das Material locker um die Pflanze und arbeite es nicht tief in den Boden ein, damit die flacheren Wurzeln nicht verletzt werden.
Mineralische Dünger mit hohem Salzgehalt sind für die zurückhaltende Waldpflanze meist nicht nötig. Überdüngung kann zu weichem Wachstum führen und die natürliche, kompakte Form beeinträchtigen. Zeigt der Farn trotz guter Bodenfeuchte blasse Wedel, sollten zuerst Licht, Wurzelraum und allgemeiner Bodenzustand geprüft werden.
Alte Wedel können im späten Winter oder zeitigen Frühjahr entfernt werden, bevor der neue Austrieb beginnt. Schneide sie möglichst bodennah ab, ohne das Pflanzenherz zu beschädigen. Werden die Wedel bereits im Herbst entfernt, fehlt der Pflanze im Winter ein gewisser Schutz. Außerdem bieten die trockenen Blätter kleinen Tieren Unterschlupf.
Wurmfarn im Winter
Eingewachsene Wurmfarne sind in vielen Regionen Deutschlands ausreichend winterhart. Junge Pflanzen profitieren dennoch von einer lockeren Schicht aus Herbstlaub. Dieses schützt den Wurzelbereich vor starken Temperaturschwankungen und trocknendem Winterwind.
In rauen Lagen, auf exponierten Flächen oder bei einer Pflanzung im späten Herbst ist zusätzlicher Schutz sinnvoll. Verwende atmungsaktives Material und lege es nicht dicht über die Wedel. Eine luftundurchlässige Abdeckung kann Feuchtigkeit stauen und Fäulnis fördern.
Auch im Winter kann der Boden austrocknen, wenn über längere Zeit kein Niederschlag fällt und der Standort windig ist. An frostfreien Tagen darf vorsichtig gegossen werden. Der Boden sollte dabei nicht nass, sondern lediglich leicht feucht sein.
Typische Fehler beim Pflanzen
- Zu viel Sonne: Heiße Mittagssonne trocknet die Wedel aus und verursacht leicht braune Stellen.
- Staunässe: Verdichteter Boden und ein zu tief gesetzter Wurzelstock können die Wurzeln schädigen.
- Zu wenig Wasser: Frisch gesetzte Farne brauchen regelmäßige Kontrollen, auch wenn der Standort schattig ist.
- Zu viel Dünger: Ein nährstoffreicher Boden ist hilfreich, starke Düngergaben sind jedoch unnötig.
- Falscher Schnittzeitpunkt: Werden gesunde Wedel zu früh entfernt, fehlt der Pflanze ein natürlicher Schutz.
- Unpassende Nachbarn: Große Bäume können durch ihr Wurzelwerk Wasser und Nährstoffe entziehen.
Braune Wedel bedeuten nicht automatisch eine Krankheit. Prüfe zuerst, ob der Standort zu sonnig ist, der Boden trocken war oder die Pflanze gerade umgesetzt wurde. Treten Schäden nur an der sonnenzugewandten Seite auf, spricht das eher für Standortstress als für einen Schädlingsbefall.
Gestaltungsideen für schattige Gartenbereiche
Wurmfarne wirken besonders harmonisch in naturnahen Pflanzungen. Zusammen mit Funkien, Waldgräsern, Schaublättern, Elfenblumen oder schattenverträglichen Storchschnäbeln entsteht ein abwechslungsreiches Beet mit unterschiedlichen Blattformen. Achte darauf, Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zu kombinieren.
Unter Gehölzen kann der Farn kahle Bodenflächen begrünen, sofern dort genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Zwischen Trittsteinen, an einem schattigen Sitzplatz oder am Rand eines Teiches bringt er Struktur, ohne mit auffälligen Blüten um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Helle Steine oder dunkle Rindenmulchflächen lassen die grünen Wedel stärker hervortreten.
Bei einer Pflanzung am Teichrand muss der Boden trotzdem ausreichend durchlässig sein. Ein dauerhaft nasser Standort direkt am Wasser ist nur dann geeignet, wenn die jeweilige Farn-Art solche Bedingungen verträgt. Staunässe im eigentlichen Wurzelbereich bleibt ein Risiko.
Vermehren und Teilen
Die einfachste Vermehrung gelingt meist durch Teilung älterer Pflanzen. Dafür eignet sich das Frühjahr, sobald der Austrieb beginnt, oder der frühe Herbst. Hebe den Wurzelstock vorsichtig aus und teile ihn mit einem sauberen, scharfen Messer oder einem Spaten. Jedes Teilstück braucht mehrere gesunde Triebansätze und ausreichend Wurzeln.
Setze die Teilstücke sofort wieder ein und wässere sie gründlich. In den folgenden Wochen darf die Erde nicht austrocknen. Eine Teilung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Bestand zu dicht geworden ist oder die Pflanze an ihrem Platz wenig Raum hat.
Die Vermehrung über Sporen ist möglich, braucht aber Geduld und gleichmäßige Bedingungen. Für die normale Gartengestaltung ist sie deutlich aufwendiger als die Teilung und daher meist nicht die erste Wahl.
Die wichtigsten Schritte auf einen Blick
- Wähle einen geschützten, schattigen bis halbschattigen Standort.
- Verbessere schwere oder sehr sandige Böden mit organischem Material.
- Setze den Wurzelstock auf Höhe der bisherigen Erdoberfläche ein.
- Halte frisch gepflanzte Exemplare gleichmäßig feucht.
- Mulche den Boden locker, ohne das Pflanzenherz zu bedecken.
- Dünge sparsam mit reifem Kompost.
- Entferne alte Wedel erst vor dem neuen Austrieb.
Mit einem passenden Standort und ausreichend humoser Bodenfeuchte entwickelt sich der Wurmfarn zu einer langlebigen, pflegearmen Strukturpflanze. Besonders wertvoll ist er dort, wo schattige Gartenbereiche begrünt werden sollen, ohne ständig gießen oder empfindliche Blütenpflanzen ersetzen zu müssen.
Häufige Fragen zum Wurmfarnpflanzen
Kann Wurmfarn auch im Kübel gepflanzt werden?
Ja, ein Kübel eignet sich für Wurmfarn, wenn er groß genug ist und ein Abzugsloch besitzt. Verwende humose, lockere Erde und kontrolliere die Feuchtigkeit besonders im Sommer, da Gefäße schneller austrocknen als Gartenboden.
Wie erkenne ich, ob ein Wurmfarn zu tief gepflanzt wurde?
Wenn das Pflanzenherz deutlich unter der Erdoberfläche liegt oder die Mitte nach dem Gießen lange nass bleibt, sitzt der Farn wahrscheinlich zu tief. Hebe ihn vorsichtig an und setze ihn auf die ursprüngliche Höhe, denn ein bedecktes Herz kann den Austrieb behindern und Fäulnis begünstigen.
Warum wächst mein Wurmfarn nach dem Pflanzen kaum?
Im ersten Jahr steckt die Pflanze häufig viel Energie in die Bildung neuer Wurzeln, sodass nur wenige Wedel erscheinen. Prüfe zusätzlich, ob der Boden verdichtet ist, der Standort zu trocken bleibt oder große Gehölzwurzeln Wasser entziehen.
Kann man Wurmfarn unter Nadelbäumen pflanzen?
Das ist möglich, aber nicht an jedem Platz empfehlenswert. Unter Nadelbäumen ist der Boden oft trocken und durch dichtes Wurzelwerk stark durchzogen, weshalb der Farn dort nur mit ausreichender Bodenfeuchte und genügend Wurzelraum dauerhaft gut wächst.
Was sollte man tun, wenn Wurmfarn nach dem Pflanzen gelbe Wedel bekommt?
Gelbe Wedel können nach dem Umsetzen durch Wurzelstress entstehen, aber auch auf Staunässe oder austrocknenden Boden hinweisen. Fühle die Erde im Wurzelbereich und prüfe den Wasserabzug, bevor du düngst oder die Pflanze gegen vermeintliche Krankheiten behandelst.
Ist Wurmfarn für einen sehr trockenen Schattenplatz geeignet?
Für trockenen Schatten ist Wurmfarn nur bedingt geeignet, besonders in der Anwachsphase. Eine dicke, lockere Mulchschicht kann die Feuchtigkeit länger halten, ersetzt aber keine regelmäßige Kontrolle und Bewässerung bei ausbleibendem Regen.
Wann darf ein frisch gepflanzter Wurmfarn geteilt werden?
Teile ihn erst, wenn er gut eingewachsen und kräftig entwickelt ist, statt unmittelbar nach dem Pflanzen zusätzlichen Wurzelstress zu verursachen. Für die Teilung eignen sich der Austriebsbeginn im Frühjahr oder der frühe Herbst, wobei jedes Teilstück mehrere Triebansätze und ausreichend Wurzeln braucht.
Sind Wurmfarne für Gärten mit Kindern und Haustieren unbedenklich?
Wurmfarne werden im Garten gewöhnlich als robuste Zierfarne kultiviert, sollten aber wie andere Pflanzen nicht absichtlich verzehrt werden. Wenn Kinder oder Haustiere an Pflanzen knabbern, kläre die genaue Art und ihre Eigenschaften anhand des Pflanzenetiketts oder einer fachkundigen Quelle.