Für die Gartenbewässerung brauchst du nicht zwingend eine große Zisterne. Schon Regentonnen, kleinere Sammelbehälter, Regentonnen mit Überlauf und einfache Lösungen für Balkon oder Terrasse können einen Teil des Niederschlags auffangen. Entscheidend sind ein geeigneter Standort, ein sicherer Zulauf vom Dach und ein Plan für trockene Phasen.
Am meisten Wasser sammelst du dort, wo Regen von einer Dachfläche, einem Carport oder einem Gewächshaus abläuft. Eine kleine Dachfläche liefert bei einem kräftigen Schauer oft mehr Wasser, als ein einzelner Behälter aufnehmen kann. Deshalb lohnt sich eine Kombination aus mehreren Behältern mit Überlauf, statt nur auf ein möglichst großes Fass zu setzen.
Welche kleinen Sammellösungen eignen sich?
Die passende Lösung hängt vom verfügbaren Platz, vom Wasserbedarf und von der Dachfläche ab. Für wenige Kübelpflanzen genügt oft ein kleiner Behälter. Wer Gemüsebeete, Sträucher oder ein Gewächshaus versorgen möchte, braucht mehr Speichervolumen oder mehrere miteinander verbundene Gefäße.
- Regentonne: Sie ist für viele Gärten die einfachste Lösung und lässt sich direkt an ein Fallrohr anschließen.
- Mehrere kleine Tonnen: Diese Variante verteilt das Gewicht und passt auch an verschiedene Hausseiten oder neben ein Gartenhaus.
- Wassertonnen mit Deckel: Ein geschlossener Behälter schützt vor Laub, Mücken und Unfällen.
- Faltbarer Wassertank: Er lässt sich platzsparend aufstellen und außerhalb der Gartensaison wieder verstauen.
- Behälter unter dem Fallrohr: Auch eine kleinere Sammelstelle kann sinnvoll sein, wenn nur wenig Platz vorhanden ist.
Alte, lebensmittelechte Behälter können sich ebenfalls eignen. Sie müssen sauber, stabil und für den dauerhaften Kontakt mit Wasser ausgelegt sein. Behälter, in denen zuvor unbekannte Chemikalien, Reinigungsmittel oder Öle gelagert wurden, gehören nicht in die Gartenbewässerung.
Regenwasser am Fallrohr auffangen
Ein Regensammler im Fallrohr leitet einen Teil des Wassers seitlich in die Tonne. Sobald der Behälter gefüllt ist, läuft überschüssiges Wasser normalerweise weiter durch das Fallrohr ab. Das verhindert, dass sich Wasser am Haus staut oder über den Rand der Tonne läuft.
Vor dem Einbau solltest du prüfen, aus welchem Material das Dach besteht und ob Laub oder grober Schmutz in den Zulauf gelangen kann. Ein Filter oder ein Laubfang hält Verunreinigungen zurück und erleichtert die Pflege. Der Behälter muss außerdem auf einem ebenen, tragfähigen Untergrund stehen. Gefüllte Tonnen sind sehr schwer und sollten nicht auf wackeligen Paletten oder lose verlegten Brettern stehen.
- Stelle den Behälter möglichst nah am Fallrohr auf.
- Richte den Untergrund waagerecht aus und erhöhe die Tonne bei Bedarf auf einem stabilen Sockel.
- Montiere den Regensammler nach der Anleitung des jeweiligen Systems.
- Setze einen Deckel oder ein feinmaschiges Schutzgitter auf.
- Prüfe nach dem ersten Regen, ob Zulauf, Überlauf und Wasserhahn dicht sind.
Ein Sockel erleichtert später die Wasserentnahme, weil sich eine Gießkanne unter dem Auslauf platzieren lässt. Er darf jedoch nicht dazu führen, dass der Behälter kippt.
Mehrere kleine Behälter sinnvoll verbinden
Wenn eine einzelne Tonne nicht ausreicht, kannst du mehrere Behälter über Verbindungsschläuche koppeln. Das Wasser verteilt sich dann zwischen den Gefäßen, sofern die Anschlüsse auf gleicher Höhe liegen und die Behälter stabil stehen. Alle Verbindungen müssen gegen Verrutschen gesichert werden.
Diese Lösung spart Platz an einzelnen Stellen, erfordert aber regelmäßige Kontrollen. Achte auf undichte Schlauchanschlüsse, zugesetzte Filter und Behälter, die sich durch den Wasserdruck verformen. Ein Überlauf sollte so geführt werden, dass das Wasser vom Gebäude weg in ein Beet, eine Mulde oder eine geeignete Versickerungsfläche gelangt.
Wasser auf Terrasse, Balkon und im Gewächshaus nutzen
Auch ohne Fallrohr lässt sich Niederschlag sammeln. Unter einem kleinen Vordach, am Gewächshaus oder an einer Überdachung kann eine flache Tonne stehen. Für Balkonpflanzen kommen kompakte Behälter infrage, sofern die Tragfähigkeit des Balkons berücksichtigt wird. Wasser wiegt etwa ein Kilogramm pro Liter, dazu kommen das Gewicht des Gefäßes und eine mögliche ungleichmäßige Belastung.
Im Gewächshaus kann eine kleine Tonne praktisch sein, weil das Wasser dort vor der Nutzung etwas temperiert wird. Sie sollte jedoch nicht dauerhaft die Luftfeuchtigkeit erhöhen oder Wege versperren. Ein Deckel verhindert, dass Blätter und Insekten hineingelangen.
Regenwasser sauber und sicher lagern
Regenwasser ist besonders für viele Zierpflanzen, Beerensträucher und Gemüse geeignet, weil es wenig Kalk enthält. Es ist dennoch kein Trinkwasser. Verwende es nicht für die Trinkwasserversorgung und halte es von Anschlüssen des öffentlichen Wassernetzes getrennt.
Leere und reinige den Behälter regelmäßig, wenn sich Schlamm, Algen oder viel Laub ansammeln. Direkte Sonne fördert das Algenwachstum, weshalb ein schattiger Standort vorteilhaft ist. Eine vollständig dunkle Tonne hält das Wasser meist länger frisch als ein durchscheinender Behälter.
Offene Gefäße sind eine Gefahr für Kinder und Tiere. Sichere sie mit einem stabilen Deckel oder einem Gitter, das nicht verrutschen kann. Vor dem Winter solltest du kleine Behälter entleeren, wenn sie nicht frostsicher sind. Gefrierendes Wasser kann Wände, Hähne und Anschlüsse beschädigen.
So reicht der Vorrat länger
Gesammeltes Wasser wird am sparsamsten eingesetzt, wenn du direkt den Wurzelbereich versorgst. Gieße lieber durchdringend und seltener, statt die Oberfläche täglich nur leicht zu befeuchten. Eine Mulchschicht aus geeignetem organischem Material verringert die Verdunstung und schützt den Boden vor dem Austrocknen.
Gieße möglichst morgens oder am Abend. Bei Gemüse und jungen Pflanzen ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll, weil kleine Wurzelsysteme schneller auf Trockenheit reagieren. Tief wurzelnde, eingewachsene Pflanzen kommen dagegen oft mit längeren Abständen zwischen den Wassergaben aus.
Plan für trockene Wochen
Ein kleiner Speicher ist nach einem Regen schnell gefüllt, kann bei längerer Trockenheit aber ebenso schnell leer sein. Teile den Vorrat deshalb nach dem tatsächlichen Bedarf ein. Junge Aussaaten, frisch gepflanzte Gehölze und Pflanzen in Gefäßen haben meist Vorrang vor robusten, etablierten Stauden.
Eine einfache Übersicht hilft bei der Planung:
- Speicher regelmäßig auf Füllstand und Dichtheit prüfen.
- Wasser zuerst für frisch gepflanzte und empfindliche Pflanzen einplanen.
- Boden mit einer Mulchschicht vor schneller Austrocknung schützen.
- Bei längerer Trockenheit auf zusätzliche Wasserquellen und örtliche Vorgaben achten.
- Überläufe so ausrichten, dass Starkregen keinen Schaden am Haus verursacht.
So entsteht auch mit wenig Platz ein brauchbares Bewässerungssystem. Mehrere kleine Speicher, sichere Zuläufe und ein sparsamer Umgang sind oft praktischer als eine einzelne große Investition.
Fragen und Antworten zum Regenwasser sammeln im Garten
Wie viel Regenwasser kann ich mit einer kleinen Dachfläche sammeln?
Das hängt von der Größe der angeschlossenen Dachfläche, der Niederschlagsmenge und dem Wirkungsgrad des Zulaufs ab. Bei kräftigem Regen kann auch eine kleine Dachfläche mehr Wasser liefern, als eine einzelne Regentonne aufnehmen kann, weshalb ein sicherer Überlauf wichtig ist.
Kann ich Regenwasser von jedem Dach in einer Regentonne auffangen?
Vor dem Anschluss solltest du prüfen, aus welchem Material die Dachfläche besteht und ob sich problematische Rückstände im Ablauf sammeln können. Bei Unsicherheit über die Eignung des Daches ist es sinnvoll, beim Hersteller des Dachmaterials oder einer fachkundigen Stelle nachzufragen.
Wie verhindere ich, dass eine Regentonne umkippt?
Die Tonne muss auf einem ebenen, tragfähigen und dauerhaft stabilen Untergrund stehen. Ein Sockel darf die Wasserentnahme erleichtern, aber nicht zu einer kippligen Aufstellung führen; gefüllte Behälter sollten außerdem nicht auf lose Bretter oder instabile Paletten gestellt werden.
Ist ein Regentonnenfilter wirklich notwendig?
Ein Filter oder Laubfang ist besonders hilfreich, wenn viel Laub oder grober Schmutz in den Zulauf gelangt. Er hält Verunreinigungen zurück und kann die Reinigung des Behälters erleichtern, muss aber regelmäßig auf Verstopfungen kontrolliert werden.
Wie kann ich Regenwasser auf einem Balkon sammeln?
Auf dem Balkon kommen nur kompakte Behälter infrage, die sicher stehen und den Ablauf nicht behindern. Vor dem Aufstellen musst du die Tragfähigkeit des Balkons berücksichtigen, denn zum Gewicht des Wassers kommen das Gefäß und eine mögliche ungleichmäßige Belastung hinzu.
Was mache ich mit kleinen Sammelbehältern im Winter?
Nicht frostsichere Behälter solltest du vor dem Frost entleeren, weil gefrierendes Wasser Wände, Wasserhähne und Anschlüsse beschädigen kann. Lagere entfernte Bauteile trocken oder schütze sie entsprechend den Herstellerangaben des jeweiligen Systems.