Minikiwi pflanzen: Winterharte Kiwis für kleine Gärten

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 21. Mai 2026 14:10

Minikiwis bringen exotisches Obst in den Garten, ohne viel Platz zu beanspruchen und sind in vielen Regionen winterhart. Wer einen sonnigen Zaun, eine Pergola oder einen Balkon mit Rankhilfe hat, kann die vitaminreichen Beeren schon nach wenigen Jahren ernten.

Die kleinen Kletterkünstler sind erstaunlich robust, wenn Standort, Boden und Schnitt halbwegs passen. Mit ein paar gezielten Kniffen gelingen sie auch Gartenfreunden, die bisher kaum Erfahrung mit Obstgehölzen haben.

Was Minikiwis auszeichnet und worauf es im Garten ankommt

Minikiwis (Actinidia arguta und verwandte Arten) sind eng mit der bekannten Kiwi verwandt, bleiben aber deutlich kleiner und tragen glattschalige Früchte, die man mitsamt Schale essen kann. Für Gartenfreunde mit wenig Platz sind sie ideal, weil sie sich schmal an einer Rankhilfe führen lassen und trotzdem reich tragen.

Viele Sorten gelten als sehr frosthart und überstehen in eingewachsenen Zustand in der Regel Temperaturen von etwa minus 20 Grad Celsius. Entscheidend ist, dass Wurzeln, Triebe und Blüten zur richtigen Zeit geschützt bzw. gestärkt sind. Minikiwis sind Starkzehrer, brauchen also einen nährstoffreichen, humosen Boden und regelmäßige Wasserversorgung, um zuverlässig große Erträge zu bringen.

Der ideale Standort für Minikiwis

Ein warmer, geschützter Standort ist für Minikiwis der halbe Erfolg. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto süßer und aromatischer reifen die Früchte aus.

Optimal ist ein Platz mit:

  • vollsonniger bis leicht halbschattiger Lage (mindestens 5–6 Sonnenstunden pro Tag)
  • Schutz vor kalten Ostwinden und spätem Frost, zum Beispiel an einer Hauswand
  • ausreichend Platz in die Höhe (2,5–4 Meter) und seitlich an einer Rankhilfe
  • guter Luftzirkulation, damit Blätter nach Regen schnell abtrocknen

Wer einen kleinen Garten hat, kann Minikiwis sehr gut an Pergolen, Spalieren, Zäunen oder stabilen Obelisken ziehen. An Hauswänden sollte ein Abstand von etwa 30–50 Zentimetern eingehalten werden, damit die Luft noch zirkulieren kann und das Mauerwerk nicht ständig feucht bleibt.

Die richtigen Sorten auswählen

Vor der Pflanzung lohnt ein genauer Blick auf die Sortenbeschreibung. Minikiwis unterscheiden sich in Geschmack, Wuchs, Erntezeit, Frosthärte und vor allem in der Frage, ob sie eine männliche Befruchtersorte benötigen.

Grundsätzlich gibt es zwei Gruppen:

  • zweihäusige Sorten: weibliche Pflanzen brauchen eine männliche Pflanze für die Bestäubung
  • selbstfruchtbare Sorten: eine allein stehende Pflanze setzt auch ohne weiteren Partner Früchte an

Für sehr kleine Gärten sind selbstfruchtbare Sorten besonders interessant, weil sie Platz sparen und Planung erleichtern. Trotzdem steigert eine weitere passende Pflanze in der Nähe oft den Fruchtansatz. Zweihäusige Sorten bringen häufig größere oder geschmacklich besondere Früchte, benötigen aber etwas mehr Raumplanung, weil mindestens eine männliche Pflanze mitsitzen sollte.

Wichtig ist, die endgültige Größe und Wuchsstärke zu beachten. Einige Sorten wachsen eher moderat und lassen sich leichter im Zaun- oder Spalierformat halten. Andere entwickeln einen kräftigen, langen Triebzuwachs und brauchen stabilere Kletterhilfen und regelmäßigere Schnittmaßnahmen.

Minikiwis im kleinen Garten unterbringen

Wer nur wenig Fläche hat, profitiert von der Wuchsform der Minikiwis. Die Pflanzen bilden lange, schlanke Ranken, die sich fast wie Weinreben erziehen lassen. In schmalen Gärten oder Reihenhaussituationen ist das ein großer Vorteil.

Anleitung
1Die Pflanzgrube etwa doppelt so breit und tief ausheben wie der Topfballen.
2Verdichtete Bodenschichten an der Sohle mit der Grabegabel lockern.
3Ausgehobene Erde mit reichlich Kompost und etwas organischem Dünger mischen.
4Pflanze wässern, bis der Wurzelballen gut durchfeuchtet ist.
5Minikiwi so setzen, dass die Oberkante des Ballens auf Bodenniveau liegt — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Gut geeignet sind:

  • schmale Spaliere entlang eines Zauns
  • Rankgitter zwischen zwei Pfosten, etwa 2–3 Meter breit
  • eine stabile Pergola über einem Sitzplatz
  • große Kübel mit Rankgerüst auf dem Balkon oder der Terrasse

Wer mehrere Sorten kombiniert, kann an einem Spalier beispielsweise links eine weibliche Sorte und rechts einen männlichen Bestäuber pflanzen. Bei Platzmangel lässt sich eine männliche Pflanze auch im Hintergrund oder an anderer Stelle im Garten führen, solange der Abstand nicht zu groß wird und noch Bestäuberinsekten zwischen den Pflanzen wechseln können.

Bodenansprüche und Bodenvorbereitung

Minikiwis lieben nährstoffreiche, tiefgründige und gleichmäßig feuchte Böden. Staunässe vertragen sie schlecht, ebenso extremes Austrocknen im Sommer.

Typische Anforderungen sind:

  • humoser, lockerer Gartenboden mit gutem Wasserabzug
  • leicht saurer bis neutraler pH-Wert (grob zwischen 5,5 und 7)
  • reichlich organische Substanz, zum Beispiel durch Kompost
  • eine lockere Bodenschicht von mindestens 40–50 Zentimetern Tiefe

Schwere, dichte Lehmböden sollten tiefgründig gelockert und mit Sand, feinem Splitt und reifem Kompost verbessert werden. In sehr sandigen Böden hilft reichlich Kompost, gelegentlich ergänzt durch etwas gut verrotteten Stallmist oder Hornspäne. Ein zu kalkreicher Boden kann das Wachstum bremsen, deshalb sollte auf massive Kalkgaben verzichtet werden.

Minikiwi pflanzen – Schritt für Schritt im Beet

Wer sich bei der Pflanzung etwas Zeit nimmt, wird mit kräftigem Wachstum und gutem Anwachsen belohnt. Besonders wichtig ist eine gute Wurzelentwicklung im ersten Jahr.

Eine sinnvolle Abfolge kann so aussehen:

  1. Die Pflanzgrube etwa doppelt so breit und tief ausheben wie der Topfballen.
  2. Verdichtete Bodenschichten an der Sohle mit der Grabegabel lockern.
  3. Ausgehobene Erde mit reichlich Kompost und etwas organischem Dünger mischen.
  4. Pflanze wässern, bis der Wurzelballen gut durchfeuchtet ist.
  5. Minikiwi so setzen, dass die Oberkante des Ballens auf Bodenniveau liegt.
  6. Mit der aufbereiteten Erde auffüllen und vorsichtig antreten, damit keine Hohlräume bleiben.
  7. Eine Gießmulde formen und gründlich angießen.
  8. Die Triebe direkt an die vorbereitete Rankhilfe binden.

Der Pflanzabstand zwischen zwei Minikiwis sollte im Normalfall etwa 2–3 Meter betragen, je nach Wuchsfreude der Sorte und Größe der Rankkonstruktion. Nach dem Einpflanzen hilft eine Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt (angetrocknet) oder Rindenkompost, die Bodenfeuchte stabil zu halten.

Minikiwis im Kübel pflanzen

Auf Balkon und Terrasse fühlen sich Minikiwis im großen Kübel ausgesprochen wohl, wenn einige Grundregeln beachtet werden. Wichtig ist in diesem Fall eine frostharte, robuste Sorte und ein ausreichend großes Pflanzgefäß.

Als Startvolumen sind Gefäße mit mindestens 40–50 Litern empfehlenswert, besser mehr. Der Topf sollte mehrere Abzugslöcher haben, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann, und auf Füßen oder Abstandshaltern stehen, damit sich kein Wasser staut.

Als Substrat eignet sich eine hochwertige, strukturstabile Kübel- oder Gemüseerde, gemischt mit Kompost und einem lockeren Anteil (zum Beispiel Blähton, grober Sand oder Perlite). Im Kübel trocknet das Substrat schneller ab, daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit entscheidend.

Die passende Rankhilfe bauen oder nachrüsten

Ohne stabile Kletterhilfe lässt sich der Wuchs der Minikiwis kaum bändigen. Ein durchdachtes Gerüst erleichtert sowohl die Pflege als auch die Ernte erheblich.

Bewährt haben sich:

  • Spanndrähte an Pfosten oder an einer Wand, waagerecht in 40–50 Zentimeter Abstand übereinander montiert
  • Holz- oder Metallspaliere mit stabilen Querleisten
  • Pergolen mit Querstreben, damit die Ranken geführt werden können
  • Rankgitter im Kübel, fest im Topf verankert

Wer mit Draht arbeitet, sollte auf rostbeständige Materialien und stabile Verankerung achten. Die Triebe werden locker angebunden, zum Beispiel mit Kokosband oder speziellen Pflanzenbindern, damit sie bei Wind nicht scheuern. Je klarer die Grundstruktur des Spaliers, desto einfacher wird später der Erziehungsschnitt.

Richtig gießen und mulchen

Minikiwis mögen es gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Besonders in den ersten Jahren und in Trockenperioden entscheidet die Wasserversorgung darüber, ob die Pflanzen gut wachsen und später die Früchte ausreifen.

Praktische Hinweise für die Wasserversorgung:

  • im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig gießen, sobald die obere Bodenschicht trocken wirkt
  • besser selten, dann aber durchdringend wässern, damit die Wurzeln tiefer in den Boden wachsen
  • in Kübeln die Fingerprobe nutzen und in der Hauptwachstumszeit oft täglich kontrollieren
  • bei Hitzeperioden frühmorgens oder spätabends gießen, nicht in der prallen Mittagssonne

Eine Mulchschicht hilft enorm, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Temperaturschwankungen auszugleichen. Geeignet sind zum Beispiel gehäckseltes Laub, Rasenschnitt, Stroh oder Rindenkompost. Der Mulch sollte den Stamm nicht direkt berühren, damit die Rinde nicht dauerfeucht bleibt.

Minikiwis im Jahreslauf düngen

Als Starkzehrer benötigen Minikiwis regelmäßige Nährstoffgaben, vor allem in der Wachstumsphase. Kompost, organische Dünger und gelegentliche Bodenverbesserungen sorgen für gleichmäßigen Schub, ohne die Pflanzen zu überfordern.

Ein bewährtes Vorgehen ist:

  • im zeitigen Frühjahr eine Gabe reifen Komposts um die Pflanze ausbringen und leicht einarbeiten
  • bei Bedarf zusätzlich einen organischen Beerendünger verwenden, der Stickstoff, Phosphor und Kalium in ausgewogenem Verhältnis enthält
  • bei Kübelpflanzen von Frühling bis Spätsommer regelmäßig mit einem organischen Flüssigdünger über das Gießwasser versorgen
  • ab Spätsommer keine stickstoffbetonten Dünger mehr geben, damit die Triebe rechtzeitig ausreifen

Wer regelmäßig mulcht, bringt mit dem verrottenden Material ebenfalls Nährstoffe ein und verbessert die Bodenstruktur. Eine Bodenanalyse kann sinnvoll sein, wenn die Pflanzen trotz Düngung nur mäßig wachsen, um zu hohe oder zu niedrige Nährstoffgehalte zu erkennen.

Bestäubung und Blüte: So gibt es viele Früchte

Die Blüten der Minikiwis erscheinen je nach Region ungefähr im späten Frühjahr und werden vor allem von Insekten bestäubt. Ein guter Insektenbesuch ist daher entscheidend für den Fruchtansatz.

Bei zweihäusigen Sorten muss eine männliche Pflanze in Reichweite stehen, damit der Pollen die weiblichen Blüten erreicht. Ein männliches Exemplar kann meist mehrere weibliche Pflanzen im Umkreis von einigen Metern versorgen. Selbstfruchtbare Sorten setzen auch ohne männliche Pflanze Früchte an, profitieren aber von weiteren Pflanzen in der Nähe, weil sich der Pollenmix verbessert.

Um Bestäuber anzulocken, hilft ein insgesamt blütenreicher Garten mit heimischen Stauden, Kräutern und Sträuchern. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten während der Blütezeit vermieden werden, damit Bienen und andere Nützlinge nicht geschädigt werden.

Schnitt bei Minikiwis: Ordnung im Klettergerüst

Ein durchdachter Schnitt sorgt bei Minikiwis für Licht im Laub, gesunde Triebe und reichliche Ernte. Viele Gartenfreunde haben zunächst Respekt vor dem Schneiden, merken aber schnell, dass es logischen Mustern folgt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

  • Erziehungsschnitt in den ersten Jahren, um die Grundstruktur aufzubauen
  • Erhaltungsschnitt an älteren Pflanzen, um Fruchtholz zu erneuern

Zu Beginn werden wenige starke Grundtriebe ausgewählt und waagerecht oder leicht schräg an den Drähten oder Leisten entlanggeleitet. Aus diesen Haupttrieben entwickeln sich Seitentriebe, an denen später die Früchte hängen. Überlange oder ungünstig wachsende Seitentriebe können im Spätsommer eingekürzt werden, damit Licht an die Früchte gelangt.

Bei älteren Pflanzen werden regelmäßig ältere, weniger fruchtbare Triebe bodennah entfernt und durch junge, kräftige Triebe ersetzt. So bleibt die Pflanze vital und verkahlt nicht von innen. Schnittmaßnahmen sollten vorzugsweise im Spätwinter oder nach der Ernte erfolgen, jedoch nicht bei strengem Frost.

Im kleinen Garten ernten und verwenden

Minikiwis reifen je nach Sorte vom Spätsommer bis in den Herbst hinein. Die Früchte sind erntereif, wenn sie weich werden, ihre sortentypische Färbung erreicht haben und leicht süßlich duften.

Im kleinen Garten ist es praktisch, die Ranken so zu führen, dass man ohne Leiter viele Früchte erreicht. Wer an einer Pergola erzieht, kann die Hauptträger in einer Höhe von etwa 1,80 bis 2 Metern führen und die Seitentriebe herunterhängen lassen, um bequem ernten zu können.

Die Beeren lassen sich frisch naschen, im Müsli verwenden, zu Marmelade oder Chutney verarbeiten oder einfrieren. Weil die Schale dünn und essbar ist, entfällt das Schälen und die Verarbeitung geht sehr zügig von der Hand.

Winterschutz für Minikiwis

Obwohl viele Minikiwi-Sorten als sehr frosthart gelten, lohnt sich ein Blick auf den Winterschutz, vor allem in den ersten Jahren und im Kübel. Junge Pflanzen sind empfindlicher als eingewachsene Exemplare.

Im Beet reicht es in vielen Gegenden, den Wurzelbereich mit einer dickeren Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Rindenkompost zu schützen. Triebe können an windigen Standorten lose mit Vlies umwickelt werden, damit sie bei Kahlfrost nicht austrocknen.

Kübelpflanzen sind deutlich gefährdeter, weil der Wurzelballen seitlich auskühlt. Hier hilft es, den Topf mit Noppenfolie, Jute oder Vlies zu umwickeln und auf eine isolierende Unterlage zu stellen. An sehr kalten Tagen kann der gesamte Kübel in eine geschützte Ecke nah an die Hauswand gerückt werden.

Typische Probleme und was sie bedeutet

Minikiwis gelten als vergleichsweise robuste Gartenpflanzen, dennoch können Symptome auftreten, die Gartenfreunde stutzig machen. Wer genauer hinschaut, findet meist rasch die Ursache.

Häufige Beobachtungen sind:

  • gelbe Blätter: oft Hinweis auf Nährstoffmangel, Staunässe oder zu kalkhaltigen Boden
  • vertrocknete Blattspitzen: häufig Folge von Trockenstress oder zu viel Wind
  • braune Flecken: gelegentlich durch Pilzinfektionen oder Sonnenbrand nach plötzlicher Freistellung
  • geringer Fruchtansatz: meist mangelhafte Bestäubung, fehlender Befruchter oder Spätfrost in der Blüte

Bei schlechter Blattfarbe hilft es, die Bodenstruktur zu überdenken, einen pH-Test zu machen und bei Bedarf mit Kompost und organischer Düngung nachzusteuern. Staunässe sollte durch Lockerung, Drainageschichten oder Anpassung der Bewässerung reduziert werden. Bei wiederholten Pilzproblemen kann ein luftigerer Schnitt und ein weniger dichter Bewuchs ringsherum viel bewirken.

Minikiwis und andere Pflanzen kombinieren

Wer wenig Platz im Garten hat, möchte Flächen möglichst effizient nutzen. Minikiwis lassen sich gut mit anderen Gartenpflanzen kombinieren, solange sie ausreichend Licht, Nährstoffe und Wasser erhalten.

Unter Kiwispalieren oder an der Basis der Pflanzen gedeihen beispielsweise flach wurzelnde Kräuter oder niedrig wachsende Stauden, die nicht zu stark konkurrieren. Gut geeignet sind viele Blütenstauden, die Nützlinge anlocken, oder bodendeckende Pflanzen, die den Boden beschatten, ohne den Stamm zu bedrängen.

Im Gemüsebeet kann eine Minikiwi an einem Randspalier stehen, während im Vordergrund saisonale Kulturen wachsen. In Mischpflanzungen sollte aber beachtet werden, dass die Kletterpflanze langfristig viel Kraft entwickelt und nicht zu nahe an empfindliche Gehölze gesetzt wird, die später in den Schatten geraten könnten.

Ein kleiner Garten mit großer Wirkung

Mit einem durchdachten Plan lassen sich selbst in sehr kleinen Gärten beeindruckende Kiwipergolen oder Spaliere schaffen. Wer die Pflanzen frühzeitig an die vorgesehene Struktur bindet und jährlich etwas nachsteuert, hat später wenig Arbeit.

Ein Beispiel für eine sinnvolle Planung: Entlang eines nur 3 Meter langen Gartenzauns wird ein stabiles Spalier mit drei waagerechten Drähten montiert. In die Mitte kommt eine selbstfruchtbare Minikiwi, links und rechts wachsen blütenreiche Stauden und Kräuter für Insekten. Nach einigen Jahren entsteht so eine dichte, grüne Obstwand mit hohem Nutz- und Zierwert.

Ein anderes Szenario bietet sich an der Terrasse an: Über einer kleinen Sitzecke wird eine Pergola errichtet, an deren Pfeilern zwei Minikiwis emporwachsen. Die Ranken bilden ein locker beschattetes Dach, im Spätsommer baumeln kleine, süße Beeren über dem Gartentisch. Unterpflanzt mit duftenden Kräutern entsteht ein sehr stimmungsvoller Bereich, der Optik und Ertrag verbindet.

Wer einen sonnigen Balkon hat, kann mit einem großen Kübel und einer stabilen Rankhilfe ein ähnliches Bild schaffen. Die Triebe werden seitlich an einem Spalier entlanggeführt, sodass die Pflanze wie ein lebendiger Sichtschutz wirkt und gleichzeitig Obst liefert.

Häufige Fragen zum Thema Minikiwi pflanzen

Wie viele Minikiwi-Pflanzen brauche ich für eine sichere Ernte?

Für eine zuverlässige Ernte setzen viele Gartenfreunde mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze derselben Art, sofern die Sorte nicht selbstfruchtbar ist. Auf engem Raum genügen meist ein Bestäuber und ein bis zwei weibliche Pflanzen, um reichlich Beeren zu erhalten.

Wie lange dauert es, bis Minikiwis das erste Mal tragen?

Je nach Sorte und Pflanzqualität ist häufig nach zwei bis vier Jahren mit den ersten nennenswerten Erträgen zu rechnen. Gute Pflege, ein passender Standort und ein durchdachter Schnitt verkürzen die Wartezeit und sorgen für gleichmäßigen Wuchs.

Können Minikiwis im Schatten wachsen?

Ein vollschattiger Platz eignet sich schlecht, da die Pflanzen dort nur schwach wachsen und kaum Blüten bilden. Heller Halbschatten wird oft gut vertragen, am ertragreichsten sind aber sonnige bis leicht absonnige Standorte mit etwas Schutz vor kalten Winden.

Wie groß sollte ein Kübel für Minikiwis sein?

Für Jungpflanzen haben sich Gefäße mit etwa 20 bis 30 Litern bewährt, später dürfen es gern 40 Liter oder mehr sein. Wichtig sind mehrere Abzugslöcher im Boden, eine Drainageschicht und eine stabile Rankhilfe, damit die Pflanzen sicher klettern können.

Wie oft muss ich Minikiwis im Topf gießen?

Im Kübel trocknet das Substrat deutlich schneller aus als im Beet, daher sollten Sie während der Wachstumszeit den Feuchtegrad regelmäßig prüfen. Die Erde darf nie dauerhaft nass sein, sollte aber zwischen den Wassergaben nur im oberen Bereich leicht antrocknen.

Benötigen Minikiwis einen speziellen Dünger?

Bewährt haben sich organische Dünger wie gut verrotteter Kompost, Hornmehl oder organische Beerendünger mit moderatem Stickstoffanteil. Wichtig ist eine ausgewogene Versorgung im Frühjahr und bei Kübelpflanzen eine angepasste Nachdüngung, ohne die Pflanzen zu überversorgen.

Wie kalt darf es im Winter werden?

Viele Sorten vertragen im ausgepflanzten Zustand Temperaturen von deutlich unter minus 20 Grad Celsius, sofern der Standort gut gewählt ist. Jungpflanzen und Topfexemplare sind empfindlicher und erhalten in rauen Lagen zusätzliche Isolation oder einen geschützten Platz.

Müssen Minikiwis jedes Jahr geschnitten werden?

Ein regelmäßiger Schnitt erleichtert die Ernte, hält das Klettergerüst übersichtlich und unterstützt die Bildung von fruchtragenden Kurztrieben. In den ersten Jahren steht der Aufbau im Vordergrund, später reicht meist ein Erhaltungsschnitt nach der Ernte oder im späten Winter.

Wie schütze ich Minikiwis vor Katzen, Kindern und Wind?

Ein stabiler Pfahl oder ein Gitter um den Stamm schützt junge Pflanzen vor Tritten und spielenden Kindern. Gegen Wind helfen gut verankerte Rankgerüste und ein Platz, der nicht in einer Durchzugsschneise liegt.

Was kann ich mit einer großen Minikiwi-Ernte machen?

Neben dem frischen Naschen lassen sich die kleinen Früchte hervorragend zu Marmelade, Chutney, Desserts oder Smoothies verarbeiten. Überschüsse können Sie einfrieren oder zu Fruchtleder trocknen, sodass Sie den Gartengenuss auch im Winter auf dem Teller haben.

Kann ich Minikiwis neben einer Terrasse pflanzen?

Ein Platz neben der Terrasse bietet sich an, wenn eine stabile Rankhilfe oder Pergola vorhanden ist. So entsteht mit der Zeit ein grüner Sichtschutz, der an warmen Tagen Schatten spendet und im Spätsommer direkt neben dem Sitzplatz eine aromatische Ernte liefert.

Fazit

Kleinfruchtige Kiwis sind eine spannende Option für alle, die auf begrenztem Raum viel Ertrag wünschen. Mit einem gut durchdachten Standort, einer passenden Rankhilfe und etwas Schnittpflege entwickeln sich die Kletterer zu zuverlässigen Obstlieferanten. Wer Sortenwahl, Bestäubung und Winterschutz beachtet, holt das Maximum aus seinem Garten oder Balkon heraus. So entsteht ohne viel Platzbedarf ein langlebiges Obstprojekt, das Jahr für Jahr Freude bereitet.

Checkliste
  • vollsonniger bis leicht halbschattiger Lage (mindestens 5–6 Sonnenstunden pro Tag)
  • Schutz vor kalten Ostwinden und spätem Frost, zum Beispiel an einer Hauswand
  • ausreichend Platz in die Höhe (2,5–4 Meter) und seitlich an einer Rankhilfe
  • guter Luftzirkulation, damit Blätter nach Regen schnell abtrocknen

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