Obstbaum sortenrein vermehren – so geht’s

Obstbaum Sortenrein Vermehren – So geht’s

Wer einen Obstgarten besitzt, weiß wie wichtig es ist, dass die Bäume sortenrein vermehrt werden. Das bedeutet, dass die Nachkommen des Baumes die gleichen Eigenschaften und den gleichen Geschmack wie der Mutterbaum aufweisen. In diesem Beitrag werde ich erklären, was sortenreine Vermehrung bedeutet, welche Methoden es gibt und wie man dabei vorgeht.

Was bedeutet Sortenreinheit?

Sortenreinheit bedeutet, dass die Nachkommen des Baumes genetisch identisch mit dem Mutterbaum sind. Das ist wichtig, wenn man einen bestimmten Geschmack oder eine bestimmte Eigenschaft beibehalten möchte. Ein Beispiel: Wer einen Apfelbaum mit besonders leckeren Äpfeln hat, möchte sicherstellen, dass auch die Nachkommen diese Eigenschaft haben. Wenn der Baum jedoch nicht sortenrein vermehrt wird, können die Nachkommen andere Eigenschaften aufweisen und die gewünschte Qualität des Obstes geht verloren.

Welche Methoden gibt es?

Es gibt verschiedene Methoden, um Obstbäume sortenrein zu vermehren. Ich werde hier auf zwei gängige Methoden eingehen:

  1. Veredelung

Die Veredelung ist eine Methode, bei der ein Trieb eines Baumes auf einen anderen Baum gepfropft wird. Dabei wird ein sogenannter Edelreis von einem Baum auf einen anderen verpflanzt. Der Edelreis enthält die Gene des Baumes, von dem er stammt. Durch diese Methode kann man sicherstellen, dass die Nachkommen die gleichen Eigenschaften wie der Mutterbaum haben. Die Veredelung ist eine bewährte Methode, die von vielen Obstgärtnern angewendet wird.

  1. Stecklingsvermehrung

Eine weitere Möglichkeit ist die Stecklingsvermehrung. Hierbei werden Zweige vom Mutterbaum abgeschnitten und in die Erde gesteckt. Aus diesen Zweigen entwickeln sich dann eigenständige Bäume. Auch bei dieser Methode ist es wichtig, dass man den Zweig vom richtigen Baum abschneidet, um die Sortenreinheit zu gewährleisten.

Wie geht man vor?

Je nach Methode gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Ich werde hier auf die Veredelung näher eingehen, da sie eine der häufigsten Methoden ist.

  1. Wahl des Unterbaumes

Als erstes muss man sich einen geeigneten Unterbaum aussuchen. Dieser sollte möglichst gesund und vital sein und die gleiche Wuchsform wie der Mutterbaum aufweisen. Der Unterbaum wird auch Veredelungsunterlage genannt und bildet die Basis für den Mutterbaum.

  1. Wahl des Edelreises

Als nächstes muss man einen geeigneten Edelreis aussuchen. Hierbei sollte man darauf achten, dass er gesund und kräftig ist und möglichst viele Knospen aufweist. Der Edelreis wird auch Veredelungsreis genannt und enthält die Gene des Mutterbaums.

  1. Veredelung

Nun kommt der eigentliche Veredelungsvorgang. Dazu schneidet man den Edelreis schräg ab und setzt ihn auf den Unterbaum. Dabei sollte der Schnitt möglichst genau passen, damit der Edelreis gut mit dem Unterbaum verwachsen kann. Anschließend bindet man den Edelreis mit Bast oder einem Veredelungsband fest, damit er nicht abbrechen kann.

  1. Warten

Jetzt heißt es warten. Der Veredelungsvorgang braucht einige Zeit, bis sich der Edelreis mit dem Unterbaum verwachsen hat. Das kann mehrere Wochen bis Monate dauern. In dieser Zeit muss man darauf achten, dass der Edelreis nicht austrocknet und regelmäßig bewässert wird.

  1. Pflege des jungen Baumes

Sobald der Edelreis mit dem Unterbaum verwachsen ist, kann man den jungen Baum pflegen wie jeden anderen Obstbaum auch. Wichtig ist, dass man ihn regelmäßig schneidet und düngt, damit er gesund und kräftig bleibt.

Fazit

Obstbäume sortenrein zu vermehren ist wichtig, um die Qualität des Obstes zu erhalten. Die Veredelung und die Stecklingsvermehrung sind dabei zwei gängige Methoden. Bei der Veredelung ist es wichtig, einen gesunden Unterbaum und einen kräftigen Edelreis auszuwählen und den Veredelungsvorgang sorgfältig durchzuführen. Wenn man diese Schritte befolgt, steht einem leckeren Obstgarten nichts mehr im Wege.

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